Die Februar-Sitzung (sie war um gut eine Woche verschoben worden) war insoweit eine Premiere, als gut die Hälfte der Mitglieder per Videokonferenz teilnahmen. Dem stand bisher das niedersächsische Kommunalrecht entgegen, was aber Mitte Juli letzten Jahres vom Landtag entsprechend geändert wurde. Keine Ahnung, wie das in anderen Bundesländern läuft, aber der Bundestag hatte schon vorher ein Gesetz beschlossen, dass befristet bis Ende 2020 erlaubte, Betriebsversammlungen und Betriebsratsitzungen auch mit Hilfe audiovisueller Medien durchzuführen – das Gesetz wurde jetzt bis Mitte dieses Jahres verlängert, und wenn dann Corona immer noch nicht ausgestanden ist wird es sicher einen weiteren Nachschlag geben. (Ob die Option später unbegrenzt ermöglicht wird wird wahrscheinlich heftig diskutiert werden, denn eigentlich sollen Betriebsversammlungen und Betriebsratsitzungen vertraulich sein, aber gibt es derzeit Videokonferenzsysteme, die es vollständig verhindern, dass unbefugte Dritte mithören? Ich sage nur Administrator*innen...) In Niedersachsen ist der neue § 182 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes nicht befristet, sondern zukünftig immer bei einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" anwendbar, und außerdem sind Bezirksratssitzungen öffentlich und müssen daher auch für Menschen ohne Internet zugänglich sein. Dass die letzten 3 Bezirksratssitzungen noch ohne die Hilfe von Zoom (?) durchgeführt wurden lag vermutlich daran, dass die technischen Voraussetzungen weder im Rathaus noch bei den einzelnen Bezirksratsmitglieder vollständig vorhanden waren. Und es hakte auch gelegentlich bei der jetzigen Sitzung. Die meisten arbeiten mit ihrem Laptosp, ein Mitglied der CDU aber erkennbar mit seinem Smartphone (Bild war hochkant). Bürgermeister Thomas Hermann (ja, es gibt in Hannover neben dem Oberbürgermeister Belit Onay als Verwaltungschef noch einen Bürgermeister, der die Ratssitzungen leitet und ansonsten den Grüßaugust macht) war auch auf der Videoleinwand zu sehen, sagte aber kein Wort. Per Videokonferenz nahmen die Vertreter von den Piraten und der Linken, sowie die meisten CDU- und SPD-Vertreter*innen teil, die Vertreter von FDP und AfD, sowie alle Grünen waren persönlich anwesend.
Am Anfang der Sitzung sollten alle per Video zugeschalteten Bezirksratsmitglieder erklären, dass sie die ihnen zugesandten Datenschutzbestimmungen gelesen haben und mit der Aufzeichnung der Sitzung einverstanden sind. Warum es aus Datenschutzgründen nicht möglich war, in der Einwohner*innenfragestunde sich mündlich zu äußern hat sich mir nicht ganz erschlossen, auf eine schriftliche Frage hätte man dann wahrscheinlich später per E-Mail ein Antwort bekommen. Danach wurde ein neues Mitglied der Bündnis-Grünen-Fraktion vereidigt.
Zu dem im letzten Jahr heftig umstrittenen Spielplatz an der Sallstraße gab es einen neuen Vorschlag der Verwaltung, der allgemein akzeptiert wurde. Ebenso gab der Bezirksrat seine Zustimmung, den Eingangsbereich der neuen Conti-Firmenzentrale an der Pferdeturmkreuzung in „Continentalplaza“ umzubenennen.
Da die Corona-Lage Löcher in der Stadthaushalt reißt ist mal wieder ein Haushaltskonsolidierungsprogramm notwendig. Auf Grund eines grünen Änderungsantrags gab es Streit darüber, inwieweit der Umstieg auf digitale Werbeanlagen auch zu einer Vermehrung von Standorten von Werbeflächen im Stadtbezirk führen dürfe. Als Kompromiss soll die Stadtverwaltung den Bezirksrat nun neue Standorte zur Entscheidung vorlegen. FDP und SPD enthielten sich zum Änderungsantrag, das Konsolidierungsprogramm selbst wurde vom Vertreter der Linken abgelehnt, der AFD-Vertreter enthielt sich. Er enthielt sich auch wie bisher bei der Verteilung der Bezirksratsgelder. Die eigenen Anträge von Rot-Grün und CDU wurden alle einstimmig angenommen.
Zum Schluss berichtete die Stadtverwaltung, dass zukünftig auch ein Kiosk in der Krausenstraße Leistungen der Bundespost anbieten werde, was zu der Befürchtung einiger Bezirksratsmitglieder führte, dass die Postfiliale in der Schlägerstraße geschlossen werden könnte. (Die Geldautomaten sind auch schon seit Monaten nur während der Öffnungszeiten der Filiale zugänglich, angeblich wegen Schutz vor Vandalismus.) Es gab Informationen zum Architektenwettbewerb über der Erweiterungsbau der Wilhelm-Raabe-Schule an der Meterstraße (am Standort der früheren Grundschule – der Knabenchor Hannover sucht einen neuen Standort), Baubeginn soll in 3 Jahren sein. Und eine Straßensanierung am Grasweg wird verschoben wegen Verdacht auf mögliche Bombenfunde, und weil eine Evakuierung der Anwohner*innen unter Corona-Bedingungen nicht zumutbar sei.
Nach 75 Minuten war die Tagesordnung abgearbeitet. Die nächste Sitzung ist bereits Mitte März und dann reden wir über das Neubauvorhaben neben Aldi an der Hildesheimer Straße, sowie den Vergleich zwischen Deutscher Umwelthilfe und Stadt Hannover zur Reduktion von Stickoxyden im Straßenverkehr.
Sitzungsunterlagen | Protokoll
...zufällige Gedanken zu verschiedenen Themen, die nicht nur mit Hannover, Musik, Punk, Politik zu tun haben ...
4.3.21
1.3.21
17.2.21
8.2.21
Wie politisch ist die Popmusik?
Leider ist in der Diskussion ein Aspekt übersehen worden, nämlich dass Künstler*innen auch (Klein-)Unternehmer*innen (= Kapitalist*innen) sind, so dass das, was als künstlerische Provokation empfunden wird, genauso gut auch nur ein Versuch sein kann, neue Märkte zu erschließen bzw. sich von anderen Marktteilnehmer*innen unterscheiden zu wollen. Regelverstöße sind natülich unter einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise viel leichter zu ahnden als wenn sie im Namen der Kunstfreiheit begangen werden, und wer möchte sich schon auf dieses Glatteis begeben?
4.2.21
Karate-Werner
Was ist ein "Stadt-Original"? Laut Wikipedia jemand mit einem eigentümlichen, auffallenden, ungewöhnlichen Aussehen oder Verhalten. In dem Sinne war "Karate-Werner" Meyer vermutlich keines. Er lebte zwar in Hannover, starb aber am 22. Januar im Alter von 79 Jahren im Münchener Hauptbahnhof. Denn er verlebte seinen Ruhestand täglich in den ICE-Zügen zwischen Hannover, Berlin, Hamburg, München mit Hilfe einer Bahncard 100, die er offenbar durch Pfandflaschensammeln finanzierte. Ich nehme mal an, er war bei allen Zugbegleiter*innen bekannt und musste deshalb die Bahncard nur noch selten vorzeigen. (Falls jetzt jemand auf die Idee kommt bei Wikipedia einen Artikel "Bundesbahnoriginal" anzulegen der sollte sich darauf gefasst machen, dass dieser schnell wegen fehlender Relevanz auf die Löschliste kommt.) Ob ihn viele Hannoveraner*innen kannten weiß ich nicht. Ich bin "Karate-Werner" in den letzten Jahren zwei-, dreimal auf meinem Weg zur Arbeit begegnet, er immer im schneeweißen Karate-Anzug mit Rollkoffer. Vermutlich war er auf dem Weg zum Bahnhof. Aber das wusste ich damals nicht, ich dachte immer wegen der Begegnung in der Nähe vom Steintor, dass er früher mal dort tätig war...
31.1.21
Everybody loves you when you're dead
Hier starb vor einigen Tagen ein Obdachloser namens Jim. Als er lebte beschwerten sich die Leute über den Unrat um ihn herum. Jetzt stellen sie Grablichter auf und jammern über die kalte Gesellschaft.
24.1.21
Sind wir das nicht alle?
Nur so ein Gedanke: etliche Verschwörungsphantasten glauben an den "großen Austausch", wonach – überspitzt formuliert - die arische Herrenrasse in Europa durch Untermenschen ersetzt werden soll. Das ginge natürlich schneller, wenn man die hier lebenden Menschen durch einen Virus dezimieren würde, wodurch Platz für die nachrückenden Völkerscharen entstehen würde. Nur warum tut die Echse Merkel, Tochter von Adolf Hitler, alles um die Verbreitung von Covid 19 zu behindern? Und sind nicht diejenigen, die die Existenz von Covid 19 leugnen, bzw. die diktatorischen Maßnahmen der Deutschland-GmbH bekämpfen und dadurch den Tod zusätzlicher Menschen an Covid 19 verursachen, diejenigen, die die "Umvolkung" vorantreiben? Nur so ein Gedanke...
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