14.10.19

Der Moderne Man - zeitweilige Reunion

Anläßlich der Wiederveröffentlichung der "80 Tage auf See"-LP (mit Bonus-Tracks von der "Umsturz im Kinderzimmer"-EP) spielt Der Moderne Man in der Besetzung der Verstimmt-Mini-LP (also ohne Tonio Scorpo, der damals nur Gast war) jetzt doch auch in Hannover.

10.10.19

Oberbürgermeisterwahl 2019: Köpfe und der Rest

Angeblich empfehlen Walkampfberater auf Plakaten möglichst keine konkreten Aussagen zu machen, um keine Wähler zu verschrecken. Dass solches die Wahlbeteiligung nicht gerade fördert - denn warum sollte man jemand wählen, der für nichts steht/der verschweigt, was seine konkreten politischen Absichten sind (ja, ich weiß, dass niemand in die Zukunft schauen kann, welchen konkreten politischen Entscheidungen auf eine(n) zukommen werden, aber wozu gibt es Parteiprogramme, die Richtlinien vorgeben, anhand derer sich Entscheidungen antizipieren lassen)  - wird da offenbar im Kauf genommen.
Herr Scholz, der von der CDU aufgestellt parteilose Kandidat, muss sich erst mal bekannt machen. 5 Kinder und 4 Enkel sind aber eher wohl Beleg für die Management-Fähigkeiten seiner Ehefrau, denn ein Managerjob bei VWN dürfte nicht viel Familienleben zugelassen haben. Und Neustart klingt ein bisschen wie jetzt wird alles anders. Aber ob es dadurch besser wird?
Herr Hansmann dagegen will Hannover einfach nur besser machen, was nicht nach Veränderung klingt, sondern eher wie Konrad Adenauer vor 60 Jahren mit "Keine Experimente". Und Hannover "bezahlbarer" machen kann natürlich auch heißen bezahlbarer für Unternehmen durch Gewerbesteuersenkung. Sicher nur eine Unterstellung, aber selbst schuld, wenn (Hans)man(n) sich um klare Aussagen drückt.
Auch der AfD-Kandidat verweigert eine klare Aussage, wofür er steht und was seine Qualifikation als möglicher Oberbürgermeister sein könnte.
Dass die Partei keine inhaltliche Aussagen macht ist ja ihr Markenkern. Aber wieso verspricht sie dann Eiscreme für alle?
Ganz ehrlich, dieser tiefenentspannte Kandidaten der Piraten wirkt extrem sympathisch.

Update: Herr Wolf machts jetzt auch im Großformat.
Der Kandidat der Grünen wirkt leider etwas verbissen.
Plakate von Frau Kaczmarek habe ich bisher noch nicht gesehen, dafür an einer Parkbank am Stephansplatz diese Ankündigung zum Gespräch mit den Bürger*innen.
Update: 2 Wochen vor der Wahl hat Frau Kaczmarek doch noch ein Plakat kleben lassen.

Oberbürgermeisterwahl 2019: Sicherheit und Ordnung

Ich habe Probleme mit dem Wortpaar Freiheit und Sicherheit, denn meine Freiheit ist die Unsicherheit der Anderen, weil sie nicht wissen welche mir freistehenden Handlungsoptionen ich wahrnehmen werde, und umgekehrt ist meine Sicherheit die Unfreiheit der Anderen, weil ich deren Handlungsoptionen beschneide, um mich sicher zu fühlen. Und bei dem Begriff Fürsorge schwingt für mich immer das Wort Bevormundung mit.

Oberbürgermeisterwahl 2019: Bauen und Wohnen

Bauen und Wohnen ist offenbar für die SPD kein Thema.

Oberbürgermeisterwahl 2019: Gesundheit und Mobilität

Oberbürgermeisterwahl 2019: Familie, Frauen und Soziales

Okay, das Plakat der Partei passt nur von der Wortwahl her zu den anderen.

Oberbürgermeisterwahl 2019: Wirtschaft und Bildung

Interessant, wer hier fehlt...

7.10.19

Oberbürgermeisterwahl 2019

Hannover muss am 27.Oktober - und vermutlich 2 Wochen später in einer Stichwahl - eine*n neue*n Oberbürgermeister*in wählen, außerplanmäßig und aus für die SPD eher unangenehmen Gründen. Kurzer(?) Rückblick: Seit 1946 stellt die SPD in Hannover die Öberbürgermeister (keine Frauen). Seit 1996 wird die/der Oberbürgermeister*in - nunmehr auch gleichzeitig Verwaltungschef*in - von den Hannoveraner*innen direkt gewählt. 1996 gab es 5 Kandidat*innen (SPD, CDU, Grüne, FDP und WfH (Wir für Hannover)), Herbert Schmalstieg gewann in der Stichwahl gegen die CDU-Kandidatin. 2001 gewann Schmalstieg direkt im ersten Wahlgang gegen Kandidat*innen von CDU, FDP, PDS und Grüne. 2006 durfte Schmalstieg auf Grund einer Gesetzesänderung der damaligen CDU-Landesregierung nicht wieder antreten. Sein Nachfolger war Stephan Weil, Gewinner im ersten Wahlgang gegen Kandidat*innen von CDU, Grüne, Linksbündnis, BSG (Bündnis Sozial Gerechtigkeit) und einen Einzelbewerber. Die Amtszeit war zwischenzeitlich auf 8 Jahre verlängert worden, 2013 waren aber Neuwahlen erforderlich, da Weil niedersächsischer Ministerpräsident wurde. Sein OB-Nachfolger Stefan Schostok trat gegen Mitbewerber*innen von CDU, Linke und Grüne an und musste in die Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten. Dieses Jahr musste er wegen staatsanwaltlicher Ermittlungen das Amt aufgeben. Für die erforderliche Neuwahl am 27. Oktober treten folgende 10 Kandidaten an - auf Hinweise zur Parteizugehörigkeit verzichte ich bewusst, da das Amt der/des Oberbürgermeister*in neben politischem Geschick (insbesondere wenn man Vertreter*in einer Partei, die nicht der Ratsmehrheit angehört, oder parteilos ist) genauso die Fähigkeit zur Führung der Stadtverwaltung erfordert. Ob die Kandidat*innen die Fähigkeit der Personalführung haben mag jeder anhand der nachfolgenden biografischen Angaben selbst entscheiden:
  • Jessica Kaußen (Jahrgang 1990), studiert Maschinenbau und hat im Einzelhandel gearbeitet; politische Erfahrung: sitzt im Rat der Stadt Laatzen und der Regionsversammlung Hannover;
  • Julian Klippert (Jahrgang 1988), Comichändler und Autor, politische Erfahrung: sitzt im Rat der Stadt Hannover und der Regionsversammlung Hannover;
  • Catharina Gutwerk (Jahrgang 1986), Steinmetzmeisterin, keine politische Erfahrung;
  • Belit Onay (Jahrgang 1981), Jurist, politische Erfahrung: saß im Rat der Stadt Hannover, jetzt Mitglied des Niedersächsischen Landtags;
  • Iyabo Kaczmarek (Jahrgang 1973), freie Kulturproduzentin, keine politische Erfahrung;
  • Marc Hansmann (Jahrgang 1970), Wirtschaftswissenschaftler, Vorstandsmitglied für Finanzen des hannoverschen Energieversorgers Enercity, vormals Kämmerer der Stadt Hannover, sowie Tätigkeiten in Hochschulen und Ministerien, politische Erfahrung: wollte bereits 1999 statt Herbert Schmalstieg als Oberbürgermeister kandidieren, bis 2001 Ratsmitglied;
  • Ruth Esther Gilmore (Jahrgang 1968), Stadtplanerin, Autorin, Komponistin, keine politische Erfahrung;
  • Bruno Adam Wolf (Jahrgang 1964), Journalist und Agentur-Fotograf in Krisengebieten, Kapitän eines privaten Seenotrettungsschiffs, Lizenzierter Mediator für interkulturelle Konflikte, politische Erfahrung: Versammlung der Region Hannover und Rat der Stadt Hannover;
  • Eckhard Scholz (Jahrgang 1963) Diplomingenieur Maschinenbau, Ex-Vorstandschef von Volkswagen Nutzfahrzeuge, davor Entwicklungsvorstand bei Skoda, keine politische Erfahrung;
  • Joachim Wundrak (Jahrgang 1955), Diplomingenieur Elektrotechnik, Pilot, ehemaliger Luftwaffengeneral, Auslandseinsätze in Mosambik, Sarajewo, Kabul, Tätigkeit im Führungsstab von Luftwaffe und Bundeswehr, Kommandeur des Zentrums Luftoperationen, keine politische Erfahrung.

26.9.19

Bezirksrat Südstadt-Bult September 2019

Die September-Sitzung war etwas unruhig, da einige CDU-Mitglieder wiederholt und für längere Zeit den Sitzungssaal verließen (vermutlich um Gespräche mit Bürger*innen zu führen zu Themen, die in der Einwohner*innenfragestunde angesprochen wurden), was nach Protesten seitens der SPD wegen offenbar mangelndem Interesse an der Arbeit des Bezirksrats zu einer Rüge des Bezirksbürgermeisters führte.

Ansonsten wurden die Vorlagen der Verwaltung und die meisten eigenen Anträge einstimmig angenommen, darunter auch 2 Anträge des Piraten-Vertreters. Interessant dabei war zu erfahren, dass die Straßenlaternen der Stadt Hannover gehören, aber von enercity betrieben werden, weshalb nicht enercity, sondern die Stadt darüber entscheiden muss, ob an den Laternen testweise Ladestationen für Elektrofahrzeuge errichtet werden können. Erwartungsgemäß war der AfD-Vertreter der einzige Gegner dieses Antrags, er hält Diesel für die bessere Zukunftstechnologie, ersparte uns dazu aber längere Ausführungen. Daneben enthielt er sich wie immer der Stimme als es um die Verteilung der Finanzmittel des Integrationsbeirats ging.

Natürlich war auch das Maschseefest wieder Thema einer Anfrage, auf die die Verwaltung mitteilte, dass von den ermittelten Parksündern nur ein Drittel auswärtige Besucher*innen waren. Offenbar fahren Hannoveraner*innen lieber besoffen Auto statt Öffis oder Taxen zu benutzen oder solchen neumodischen Schnickschnack wie MOIA.

Die einzige Kontroverse an diesem Abend gab es um den Parkplatz des NDR am Maschseeufer, der gern als Stellplatz für Wohnmobile genutzt wird und offenbar zunehmend bei Tourist*innen populärer wird. Rot-Grün möchte gerne eine Höhenbegrenzung an der Parkplatzeinfahrt, um so das Einfahren von Wohnmobilen zu verhindern. Die CDU hatte dazu keine Meinung, Linke, FDP und AfD waren dagegen und der anwesende Kontaktbereichsbeamte meinte, dass der Versuch, auswärtige Wohnmobile auszusperren, rechtlich unzulässig sei.

30.8.19

Bezirksrat Südstadt-Bult August 2019

Die August-Sitzung war teilweise etwas konfus, insbesondere die Anhörung zum Thema "Fehlnutzung von Wohnräumen durch gewerbliche Anbieter". Während Herr Beckmann von dem Vermieterverein Haus & Grund Airbnb lobte, weil jetzt junge Leute auch ohne dicken Geldbeutel andere Städte besuchen könnten, war der Vertreter des Mieterbundes zu keinen konkreten Angaben zum Missbrauch von Wohnungen für andere Zwecke als Wohnen im Stadtbezirk in der Lage. Da waren die anwesenden Politiker besser im Bilde, was über airbnb, ebay-Kleinanzeigen und die Mitwohnzentrale so alles in Südstadt und Bult angeboten wird – wobei die Frage, wann denn Missbrauch von Wohnraum vorliegt und wann nicht, auch nicht eindeutig zu beantworten ist. Jedenfalls sind die Überlegungen zu einer entsprechenden Verordnung gegen Missbrauch auf Stadtratsebene erst ganz am Anfang. Abschließend durfte der Hinweis nicht fehlen, dass das Problem nicht der Missbrauch von Wohnraum sei, sondern der fehlende Neubau von Wohnungen, wie sich an dem seit ungefähr 20 Jahren unbebauten Wasserstadt-Gelände im Stadtteil Limmer zeige.

Ebenso konfus und sinnlos war die Diskussion um das Bauvorhaben auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle und dem benachbarten Aldi-Markt an der Hildesheimer Straße. Hier wollten die Politiker schon Detailfragen beantwortet haben, obwohl weder ein konkreter Bauantrag noch ein geänderter Bebauungsplan vorliegen. Eine weitere Vorlage zu einem geplanten Bauvorhaben im Stadtteil Bult wurde in die Fraktion gezogen. Kurzfristig waren noch 4 weitere Verwaltungsvorlagen u.a. zu Baumaßnahmen an Schulen im Stadtbezirk auf die Tagesordnung gesetzt worden. Obwohl die Versorgung mit Kindergartenplätzen zu den Pflichtaufgaben der Verwaltung gehört vertrat ein Bezirksratsmitglied ernsthaft die Ansicht, dass Parkplätze für Nutzer von Schulsporthallen wichtiger seien, was heftigen Widerspruch hervorrief.

Nach diesen Tagesordnungspunkten trat eine gewisse Erschöpfung ein, weshalb fast alle Anträge aus den Reihen des Bezirksrats selbst abgenickt wurden. Ansonsten gab es eine Schweigeminute für Rosemarie Hochhut, die lange Jahre Mitglied im Bezirksrat und Stadtrat und zuletzt im Seniorenbeirat war, ferner die Informationen der Verwaltung, dass es für nur 1,28% der im Stadtbezirk befindlichen Bäume Baupaten gäbe und bezüglich des Feuerwache an der Jordanstraße die Verwaltung noch keine weiteren Überlegungen angestellt habe, sondern erst einmal die städtischen Bedarfe prüfe. Von Seiten der anwesenden Bürger*innen gab es die erwartbaren Beschwerden über die Folgen des Maschseefests, sowie Klagen über besoffene Besucher der Gilde-Brauerei und wartende LKW-Fahrer, die die Straße blockieren.

27.8.19

Westafrikanische Trommelrhythmen mit globaler Reichweite

Moderne Popsongs beruhen auf musikalischen Prinzipien westafrikanischer Trommelrhythmen:  Zu dieser verblüffenden Erkenntnis führt die neue Ausstellung im Völkerkundemuseum der  Universität Zürich. Sie zeigt, wie Trommler aus Ghana und Nigeria Fingerfertigkeit und  kulturelles Wissen verbinden, wie sie ihre Instrumente zum Sprechen bringen und sich damit  weltweit Gehör verschaffen. ...mehr