8.11.19

Freude an Popmusik-Klassikern entsteht durch Kombination von Unsicherheit und Überraschung

Warum finden viele Menschen Lieder wie James Taylors "Country Roads", UB40s "Red, Red Wine" oder The Beatles' "Ob-La-Di, Ob-La-Da" so unwiderstehlich angenehm? In einer Studie, die jetzt in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde, analysierten Forscher 80.000 Akkorde in 745 klassischen US-Billboard-Pop-Songs - darunter auch die drei - und stellten fest, dass musikalisches Vergnügen aus der richtigen Kombination von Unsicherheit und Überraschung entsteht.
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5.11.19

Oberbürgermeisterwahl 2019: Stichwahl

Ein Dank an die Wähler*innen am Tag nach der Wahl ist immer gut.
Nach der Stichwahl werden wir wissen, ob dieses Plakat ein kluger Schachzug oder ein Fehler war: kein Portrait von Onay, er blickt die Betrachter*innen des Plakats nicht an, sondern spricht zu den abgebildeten Veranstaltungsteilnehmer*innen und beschwört die Gemeinsamkeit aller Hannoveraner*innen - ein deutlicher Kontrast zu Scholz, der sich mit hochgekrempelten Ärmeln einzeln als Macher präsentiert.

Update:
Die CDU legt sich auf den letzten Metern noch mal voll ins Zeug...
Die Farbwahl dieses Plakats ist eher unglücklich, bei schlechten Lichtverhältnissen liest man nur "Jetzt Sonntag: Wählen!"

24.10.19

Oberbürgermeisterwahl 2019: Endspurt

Ecki Scholz erinnert uns noch mal daran, warum wir jetzt wählen müssen.
Belit Onay holt sich zur Unterstützung Bundesprominenz.
Die SPD glaubt sich Argumente sparen zu können.
...klingt wie "Keine Experimente", der CDU-Slogan aus der Adenauer-Zeit...
...wenn mensch nicht das Gefühl hätte, dass die AfD meint über den Regeln zu stehen, an welche sich der Rest der Menschheit zu halten habe...
"Unser Hannover" klingt wie das Gegenteil von "Euer" oder "Ihr" Hannover. Wundrak will offenbar nicht OB von allen Hannoveraner*innen sein, sondern der schlechtere OB für alle, die nicht "Wir" sind. Will er Euch das Leben in Hannover vermiesen?
Jessica Kaußen holt sich zur Unterstützung Bundes- und Landesprominenz.

21.10.19

Oberbürgermeisterwahl 2019: Ein Abend mit der AfD

Am 16.9. gab es im Bürgerhaus Misburg eine Wahlkampfveranstaltung der AfD zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover mit 5 Rednern, die ich in der Hoffnung besuchte, etwas über die Pläne der AfD für Hannover zu erfahren. Um die Antwort zu spoilern - ich wurde enttäuscht.

Der Saal war um 19.00 Uhr mit etwa 400 Personen voll besetzt, von denen mindestens 95% Sympathisanten waren, wie sich im Laufe des Abend durch häufiges Klatschen herausstellte. Eröffnet wurde der Abend vom AfD-Bundestagsabgeordneten Jörn König aus Hannover, der gleich zu Beginn unangenehm auffiel, als er die Pünktlichkeit der Anwesenden als positives Erbe der Okkupation des Königreichs Hannover durch Preußen lobte.

Ihm folgte Dana Guth, Mitglied des niedersächsischen Landtags und Landesvorsitzende der AfD, die um eine Schweigeminute für die beiden Mordopfer von Halle (wo ein Antisemit versucht hatte in einer Synagoge ein Massaker anzurichten und aus Frust über sein Versagen auf der Flucht 2 Menschen erschoss) bat, die von der deutschen Presse totgeschwiegen würden. Dabei hatte das Fernsehmagazin Fakt am Vortag ein Portrait von Kevin S. und Jana L. gebracht und Jana L. war sogar zusammen mit Andrea Berg auf der Titelseite der BILD.

Dritter Redner das Abends war der AfD-Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio, der in seinem Vortrag den drohenden Volkstod des deutschen Volkes heraufbeschwor und durch viele - vermutlich aus dem Zusammenhang gerissene - Zahlen zu belegen versuchte, wobei er auch so bizarre Komposita wie "entheimaten" verwendete. Wiederholt forderte er eine "aktivierende Familienpolitik", also dass der Staat für mehr Nachwuchs von deutschen Frauen sorgen solle, was unausgesprochen natürlich die Forderung nach zurück an den Herd enthielt. (Übrigens lässt sich die Fruchtbarkeit von (afrikanischen und islamischen) Frauen sehr einfach und ohne medizinische Mittel reduzieren, nämlich durch Bildung, was durch die von Curio beklagte geringe Fruchtbarkeit deutscher Frauen eindrucksvoll belegt wird. Aber offenbar ist die Förderung von Bildung nicht das Ziel der AfD. Die Nazis waren damals auch der Ansicht, dass polnische Kinder nur bis 100 zu zählen bräuchten.)

Auf Curio folgte Alice Weidel, die einen Abriss der "Leistungen" der AfD im Bundestag lieferte, darunter über 1500 kleine Anfragen. Warum die aber nur zu etwa 30 Gesetzesinitiativen führten erklärte Frau Weidel nicht, was die Vermutung nahe legt, dass die meisten Anfragen offenbar nur Schikane der Verwaltung sein sollten. (Fun Fact am Rande: laut Jörn König begann die politische Karriere von Alice Weidel - von Wikipedia nicht bestätigt - angeblich im November 2013 in Hannover, wo sie als Beisitzerin in den Landes- oder Bundesvorstand gewählt wurde.)

Letzter Redner des Abend war dann der OB-Kandidat Joachim Wundrak, der überraschenderweise erst einmal ausführlich über das Klima redete und unter anderem behauptete, dass die Gletscher wieder wachsen und die Eisbären-Population zunehmen würde, dann auch den Dieselmotor lobte und Greta Thunberg als Strohpuppe des "Club of Rome" bezeichnete. Was seine Pläne als Oberbürgermeister von Hannover sein würdeb lies er weitgehend im Dunkeln, beschwerte sich über den Zustand des Ihmezentrums (was wohl allgemeiner Konsens in der Stadt ist) sowie über den durch Container "verschandelten" Waterloo-Platz. Und er forderte die sofortige Sanierung von Schultoiletten - dabei läuft bereits ein städtisches Sanierungsprogramm für alle Schulen mit einem Budget von über 600.000.000 Euro.

Zum Schluß gab es Blumen für Alice Weidel und Weinflaschen für Gottfried Curio (und nicht umgekehrt, oder auch nur Blumen oder nur Wein für beide) - auch so zeigt sich, dass die AfD in der Vergangenheit lebt.

18.10.19

One Nation under a Groove

Die 29. Jahrestagung der Gesellschaft für Popularmusikforschung in Mainz vom 1. bis 3. November an der JGU befasst sich mit „Nation“ als popmusikalischer Kategorie.

Der Auftritt von Musikern mit der Deutschlandfahne, das Video einer französischen Band bei der symbolischen Beerdigung der Trikolore, ein Musikpreis mit den Kategorien "national" und "international", Diskussionen über Radioquoten für sogenannte heimische Musik – die Beispiele, in denen Popmusik mit Symbolen und Assoziationen des "Nationalen" verknüpft wird, ließen sich beinahe endlos fortsetzen. Eine Herausforderung für die Popularmusikforschung ist dabei die oft beobachtete Gleichsetzung von Volk und Nation, unabhängig davon, wie "Nation" genau definiert und verstanden wird. Als radikaler Nationalismus zeigt sich das Phänomen beispielsweise im Rechtsrock oder im Turbofolk. Gleichzeitig sind aber auch Internationalität und Globalismus zentrale Parameter für die Popularmusik, was sich unter anderem an dem Genre "World Music" zeigt, aber auch an den transnationalen Verflechtungen wirtschaftlicher und medialer Popmärkte.
 
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17.10.19

Streetart

...gefunden an verschiedenen Stellen in Hannover...

14.10.19

Der Moderne Man - zeitweilige Reunion

Anläßlich der Wiederveröffentlichung der "80 Tage auf See"-LP (mit Bonus-Tracks von der "Umsturz im Kinderzimmer"-EP) spielt Der Moderne Man in der Besetzung der Verstimmt-Mini-LP (also ohne Tonio Scorpo, der damals nur Gast war) jetzt doch auch in Hannover.