Psychedelisch, experimentell, elektronisch: Der sogenannte Krautrock ist nicht nur eine alternative Musikszene aus den 1970ern. Die Bands schufen auch eigenes Wissen über die Welt. Ein Projekt untersucht, was die Szene ausmacht.
Der sogenannte Krautrock ist ein Sammelbegriff für die Musik alternativer Rockbands, die in der Bundesrepublik von 1967 bis 1979 auftraten. Die Bezeichnung ist dabei umstritten: Sie stammt aus den britischen Medien der 70er-Jahre und hatte ursprünglich eine abschätzige Bedeutung. Viele Bands fühlten und fühlen sich der Bewegung, aber nicht dem Begriff zugehörig.
Ebenso schwierig ist es zu definieren, was den Krautrock musikalisch ausmacht, weil er diverse Stile versammelt: Die psychedelischen Sounds der Gruppe Amon Düül II, der Space- und Jazzrock von Guru Guru, der elektrisch verstärkte Minnesang von Ougenweide und die experimentelle Electronic der international bekannten Band Kraftwerk fallen darunter.
„Musikalische Merkmale reichen nicht aus, um diese popkulturell wirkmächtige Szene unter einen Hut zu bringen“, sagt Privatdozent Dr. Sebastian Dümling vom Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Empirische Kulturwissenschaft der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Er leitet ein neues Projekt, das sich mit der Krautrock-Szene musikalisch und textlich auseinandersetzt, aber auch deren Lebensweise untersucht.

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