30.12.21

Von Elektromagnetismus zur neuen Weltordnung

Aufkleber gefunden an öffentlichen Bücherschrank

28.12.21

Bezirksrat Südstadt-Bult Dezember 2021

Die Dezember-Sitzung begann mit einer Schweigesekundeminute, da die Sitzung auf den 80. Jahrestag der Deportation der jüdischen Hannoveraner*innen nach Riga fiel. Gleichzeitig gab es aus diesem Anlass auch eine Projektion von Namen und Familienfotos auf die Fassade des Rathauses.

Nach den Formalien zur Eröffnung der Sitzung gab es eine Anhörung des Polizeikommissariats Südstadt zur Kriminalitätsstatistik 2019 und 2020. Allerdings ist das Einsatzgebiet der Dienstelle deutlich größer als der Stadtbezirk, es umfasst Teile von Mitte, Zoo-Viertel und Buchholz-Kleefeld einschließlich Medizinische Hochschule, INI, TUI und Heise Mediengruppe. Andererseits fällt das Maschseeufer in den Zuständigkeitsbereich des PK Linden-Limmer, weshalb auf Nachfrage zum Thema Maschseefest und Kriminalität keine Informationen vorgelegt werden konnten. Die Aussagen der anwesenden Vertreter des PK Südstadt waren durchwachsen, allerdings auch nicht besonders beunruhigend, da sehen die Zahlen des PK Mitte mit Hauptbahnhof, Steintor und Raschplatz ganz anders aus. Die Aufklärungsquote im PK Südstadt liegt im Durchschnitt bei über 50%, es gab eine Abnahme der Anzahl von Ladendiebstählen, aber eine Zunahme von Raubdelikten, wobei darunter auch Ladendiebstähle mit Gewaltanwendung fallen, der Teufel liegt eben im Detail, bzw. der Art der statistischen Erfassung einzelner Sachverhalte. Pandemiebedingt hat sich die Hoppenstedtwiese zu einem Brennpunkt polizeilichen Handelns entwickelt - genauso wie der Georgengarten - wobei die Täter*innen überwiegend nicht aus dem Stadtbezirk kommen, aber wo sonst sollen sich derzeit Jugendliche und Heranwachsende austoben? Ein weitere interessante Information war der hohe Anteil von E-Scooter-Benutzer*innen an Ordnungswidrigkeiten, was auch daran liegt, dass die Promille-Grenze für die Benutzer*innen dieser Fahrzeuge bereits bei 1,1 liegt und nicht erst bei 1,6 wie bei Radfahrer*innen.

Die weiteren Tagesordnungspunkte waren nicht so spannend, zumal die Anfragen mal wieder nur schriftlich beantwortet wurden. Etwas Krawall gab es allerdings, als es um die Aufstellung von 2 Containern für zusätzliche Klassenräume bei der Grundschule Tiefenriede ging. Die Kritik aus dem Bezirksrat, dass offenbar die Verwaltung nicht in der Lage sei den Schulentwicklungsplan einzuhalten konterten deren Vertreter*innen mit dem Hinweis auf einem Beschluss der Politik, den Eltern die Wahlfreiheit zwischen 2 Grundschulen unter Nichteinhaltung von Kapazitätsgrenzen zu ermöglichen, weshalb jetzt eben bei der einen Schule Container aufgestellt werden müssen und in der anderen Schule Klassenräume leer stehen.

Am Ende der Sitzung blieb als offene Frage der zukünftige Tagungsort des Bezirksrats. Auch wurden noch keine neuen Sitzungstermine auf der Webseite der Stadt Hannover veröffentlicht, aber traditionsgemäß dürfte die nächste Sitzung erst Mitte Februar stattfinden. Unklar ist auch, ob es 2022 einen Neujahresempfang des Stadtbezirksrats geben wird.

26.12.21

A View Lost To History Part 3

Letzte Eindrücke aus dem Karstadt-Kaufhaus kurz vor der Schließung, Oktober 2020

25.12.21

A View Lost To History Part 2

Karstadt-Restaurant, Oktober 2020

24.12.21

A View Lost To History Part 1

Blick aus dem Karstadt-Restaurant, Oktober 2020

20.12.21

Pete Seeger - Fernsehen der DDR 1967

Als Pete Seeger im Januar 2014 mit 94 Jahres starb sendete der MDR nachts eine möglicherweise unveröffentlichte Aufnahme des Fernsehens der DDR vom 3. Januar 1967. Wenn ich diesen Bericht von Victor Grossman über Pete Seegers Besuch in Berlin (West und Ost) im Januar 1967 richtig verstehe entstanden die Aufnahmen für einen längeren Beitrag für eine TV-Nachrichtensendung (vermutlich die Aktuelle Kamera), weshalb Seeger am Anfang des Bandes einige Titel anspielt, um sie nachher vollständig vorzutragen, und ihm später die "Deutsche Friedensmedaille" verliehen wird nebst Ständchen vom Oktoberklub. Zufällig hatte ich eine Videocassette griffbereit so dass ich das meiste der Sendung aufnehmen konnte (der Ton ist an einigen Stellen etwas gestört), Anfang und Ende habe ich mit dem Ton von entsprechenden YouTube-Clips ergänzt.

Pete Seeger - Fernsehen der DDR, 3.1.1967
We Shall Overcome (1) / Guantanamera (1) / Oleanna / John Henry (1) / Oh, What A Beautiful City (Twelve Gates To The City) / Old Joe Clark / Where Have All The Flowers Gone / John Henry (2) / Sometimes I Feel Like a Motherless Child / Living In The Country / Guantanamera (2) / Die Moorsoldaten / My Name Is Lisa Kalvelage / We Shall Overcome (2) / Why Oh Why / [Preisverleihung] / Oktoberklub: Lied Von Der Friedlichen Welt (Schau Her) / Whirling Beethoven / Suliram / Wenn Alle Brünnlein Fließen
(download)

Am folgenden Tag trat Seeger dann in der ausverkauften Volksbühne auf und später traf er sich mit Ernst Busch und spendete seine Gage der vietnamesichen Botschaft. Von seinem Auftritt am 2. Januar in der Westberliner Schaubühne gib es übrigens auch eine CD.

Translation:
When Pete Seeger died in January 2014 at the age of 94, the german MDR broadcasted a possibly unpublished recording of the Fernsehen der DDR from January 3rd, 1967. If I understand this report by Victor Grossman about Pete Seeger's visit to Berlin (West and East) in January 1967 correctly the recordings were made for a longer contribution to a TV news program, which is why Seeger alludes to a few titles at the beginning of the show in order to present them in full afterwards, and he is later awarded the "German Peace Medal" along with a serenade from the Oktoberklub. I happened to have a videocassette ready to hand so that I could record most of the show (the sound is a bit disturbed in some places), and I added the sound of corresponding YouTube clips to the beginning and end. The following day Seeger performed in the sold out Volksbühne and later he met with Ernst Busch and donated his fee to the Vietnamese embassy. There is also a CD available of his appearance on January 2nd at the Schaubühne in West Berlin.

18.12.21

Geo Slam

Ein 4-teiliger Podcast über einen betrügerischen "Musik-Produzenten":
www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/das_feature/podcast5292.html

16.12.21

Die Vizeweltmeister

Auch dieser Cassetten-Sampler ist nicht allzu bekannt, weil er nie in den Handel kam, sondern von der Zeitschrift SPEX verlost wurde. Zusammengestellt von Michael Tesch, der in der SPEX eine regelmäßig Kolumne zu Cassetten-Veröffentlichungen hatte, finden sich hier außer S.Y.P.H., Dunkelziffer, Familie Hesselbach, Roter Stern Belgrad und Jimmy, Jenny und Jonny nur Interpreten, die nie zu einer Vinyl-Produktion kamen.

Die Vizeweltmeister (MC, Spex, 1982)
Dunkelziffer - Shadogs / Familie Hesselbach - Nicht Nur Tango / Romy Kindermann - Rororo / S.Y.P.H. - Ein Herz Für Kinder / Erwin Bräutigam Quintett - Dim The Light / Unser Favorit - Eins Zwei Dreisten / D Zeit D - Konfrontation / Andi Arroganti - Langeweile / Zimt - Nullsiebenelf / Zusatzzahl - Es Ist Nur Umpf / Sueno Sueno - Ineni Ahra Haul // Dilemma - Leichentanz / Flirt Of Fiasco - Wake Up / Roter Stern Belgrad - Killa Killa / Hans Kopf Terzett - Zum Wiederstand / NDL - Monacco, Monte Carlo, Baden Baden / Jimmy, Jenny & Jonny - Jimmy Liebt Jenny Doch Jenny Liebt Jonny / Ankles - Notstand / Dullijöh - Australien/ Cinema Verite - Suez / Gorilla Aktiv - Kopf Und Bauch / Gemini - Liebling
(download)

14.12.21

Der Grosse Hirnriss

Ein weniger bekannter Cassetten-Sampler von 1983 in Ergänzung zu dem Taschenbuch gleichen Titels von Peter Glaser und Niklas Stiller. Glaser ist Teil der österreichischen "Exilaten" in Düsseldorf zusammen mit Xao Seffcheque und Robert Görl, der in Graz studiert hatte. Neben einigen gesprochen Texten gibt es Beiträge von bekannten Namen wie Pyrolater und Frank Fenstermacher von Der Plan sowie Thomas Schwebel von den Fehlfarben. Roter Stern Belgrad waren Teil der von Xao Seffcheque veröffentlichen Massa-Box sowie auf Veröffentlichungen des Klar 80!-Cassettenlabels vertreten. Und Ar/Gee Gleim, der bekannte Fotograf der Düsseldorfer Szene, holte die Klarinette aus seiner Jazz-Vergangenheit heraus. Zu dem Taschenbuch gab es auch einen Ausschneidebogen, mit dem man Leerstellen im Buch füllen konnte.
Der Grosse Hirnriss (MC, Du Bist So Gut Zu Mir, 1983)
Pyrolator - Die Quaranthek/Hirnriss / Zimt & Ar/Gee Gleim - Ein Neuer Tag / Roter Stern Belgrad - Broethel / Auch Wenn Es Seltsam Klingen Mag - Wallzer-zer / Thomas Schwebel - Auf Barer Flur / Niklas Stiller - Herzgeschichten-Titte // Zimt & Ar/Gee Gleim - Hauptwaschgang / Ebi Nauman/Jutta Lieck - Hallo / Thomas Schwebel - Fräulein Julia / Roter Stern Belgrad - Die Morgenmaschine / Der Plan/Frank Fenstermacher - Alter Mann / Pyrolator - Das Abendmahl
(download)

12.12.21

Bella Italia...

...Die Sonne lacht - das Wasser stinkt
... Foto "(6) 214330" gefunden in öffentlichen Bücherschrank...

10.12.21

Bezirksrat Südstadt-Bult November 2021

Eigentlich gab es 2 Sitzungen, zuerst die letzte Sitzung des alten Bezirksrats und nach einer Pause die erste Sitzung des neuen Bezirksrat in der neuen Zusammensetzung, die die Kommunalwahl ergeben hat. Leider konnte ich an der ersten Sitzung nicht teilnehmen, da bei meiner Ankunft die Besuchertribüne mit 10 Personen schon Corona-mäßig voll besetzt war. Selbst Bürgermeister Thomas Hermann wurde abgewiesen (und fehlte dann zur zweiten Sitzung, wo er eigentlich als beratendes Mitglied hätte verpflichtet werden sollen). Andererseits stand auf der Tagesordnung dieser Sitzung nichts anderes als die Genehmigung des Protokolls der September-Sitzung sowie die Verabschiedung der ausscheidenden Bezirksratsmitglieder. Und eigentlich könnte ich meine Besuche im Bezirksrat jetzt auch einstellen, weil sowohl AfD (die in Südstadt-Bult gar keine Kandidaten zur Kommunalwahl aufgestellt hatte, was ehrlicher war als der Fall in 2 anderen Bezirksräten, wo die aufgestellten AfD-Kandidaten die Wahl nicht annahmen und daraufhin ihre Plätze in den Gremien unbesetzt bleiben - eigentlich ein krasser Fall von Wähler*innentäuschung) als auch Piraten im neuen Bezirksrat nicht mehr vertreten sind (auch Thomas Siekermann von der FDP zieht sich nach Jahrzehnten im Bezirksrat aus der aktiven Politik zurück).

Nach einer Pause begann dann die erste Sitzung des neuen Bezirksrats. Obwohl ich mit einem starken Andrang gerechnet hatte, stand doch das Thema "Anwohnerparkzone im westlichen Teil der Südstadt" auf der Tagesordnung, fand ich einen freien Zuschauerplatz. Zuerst begann es mit der Verpflichtung der neuen Bezirksratsmitglieder, darunter einer Vertreterin der PARTEI. Mal sehen wie sie den Spagat zwischen Satire und ernsthafter Politik hinkriegt. Die Kommunalwahl hat die Mehrheitsverhältnisse in Südstadt-Bult so stark verändert, dass die Grünen mit 7 Vertreter*innen jetzt mit Ekki Meese den Bezirksbürgermeister stellen können, während Lothar Pollähne (SPD 6 Vertreter*innen) für ein paar Jahre noch den Vertreter macht. Interessanterweise gibt es jetzt 2 Vertreter*innen der FDP, 4 von der CDU, während die Vertreterin der PARTEI zusammen mit der Vertreterin der Linken eine Gruppe bildet. Sowohl Meese als auch Pollähne erhielten in offener Wahl ohne Gegenkandidaten jeweils 20 Stimmen (1 Mitglied der CDU fehlte).

Eine Neubesetzung der Mitglieder des Integrationsbeirats wurde vertagt, um den Verwaltungsvorschlag zum neuen Besetzungsverfahren abzuwarten. Außerdem erhielt der Beirat Geld für Öffentlichkeitsarbeit.

Nachdem der Bezirksrat beschlossen hatte, auch in der neuen Sitzungsperiode Einwohnerfragestunden durchzuführen, ging es dann auch los mit verschiedenen Stellungsnahmen zur Einwohnerparkzone. Kritik gab es insbesondere daran, wer als parkberechtigt gilt und wer nicht (Pech wenn du woanders eine Garage hast), warum Pflegedienste Ausweise kriegen, pflegende Angehörige dagegen nicht, wie es mit Parkplätzen für Einrichtungen zur ortsnahen Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Dienstleistungen (Rechtsanwälte und Notare) steht, warum die Interessen des Wirtschaftsforum Südstadt nicht berücksichtigt wurden und warum der Brief von Anwohner*innen nicht beantwortet wurde (da er an den Bezirksrat gerichtet war fühlte sich die Verwaltung dafür nicht zuständig, auch wenn alle darin aufgeworfen Fragen nur von ihr hätten beantwortet werden können)? Es gab die Forderung das Verfahren zur Einführung der Einwohnerparkzone auszusetzen bis eine ordentliche Bürger*innenbeteiligung möglich sei und es wurde problematisiert, ob die bisherigen Untersuchungen zum Parkverhalten nicht hinfällig seien, da die Corona-bedingten veränderten Arbeitsbedingungen (home office) langfristig Folgen haben würden und somit zukünftig die Nutzungszeiten von PKWs andere sein werden als vor Corona-Zeiten (die Straßen werden tagsüber nicht mehr so viele freie Parkplätze haben, weil wer zu Hause arbeitet lässt das Auto auch tagsüber vor dem Haus stehen). Die anschließende Diskussion im Bezirksrat drehte sich im Wesentlichen darum, dass die Verwaltung entgegen der Zusagen aus der letzen Sitzungen die Vorlage nicht überarbeitet hatte (eigentlich eine Missachtung des Bezirksrats und vermutlich ein taktischer Versuch, das ursprüngliche Konzept im Rat durchzukriegen, da dort möglicherweise die Wünsche einzelner Stadtbezirke wegen "gesamtstädtischer Interessen" hinten runterfallen). Im Ergebnis stimmten alle Fraktionen außer Grünen und PARTEI gegen die Vorlage und selbst die Grünen gaben sich trotz Zustimmung irritiert darüber, dass die Vorwaltung zur Umsetzung der Parkzone ein zusätzliches Auto benötige, wo doch das zuständige Amt auf der anderen Seite der Hildesheimer Straße liege und somit ein Fahrrad zur Kontrolle der Anwohnerparkzone ausreiche.

Der Rest der Tagesordnung war unspektakulär, offen blieb jedoch die Frage, wo die Sitzungen ab dem nächsten Jahr stattfinden würden. Der bisher im Rathaus genutzte Saal steht wegen Renovierungsmaßnahmen nicht mehr zur Verfügung und die Region an der Hildesheimer Straße hat auch keinen Platz, braucht die Räume für eigene Sitzungen.

8.12.21

Der Deutsche

Der Deutsche an sich ist
Faul
Arbeitsscheu
Fett
Gefräßig
Will seine Ruhe haben
Ein Eigenheim haben
Will nicht auffallen
Ist angepasst
Normal
Spießbürgerlich
Dumm
Feige

Will den Kaiser wiederhaben und sonst wen
Fährt nach Mallorca
Muß braun sein
Liest nur eine bestimmte Zeitung
Ist kinderfeindlich
Autofreundlich
Liest keine Bücher
Verdreckt Flüsse und Seen
Isst nur Eisbein und Sauerkraut
Ach der Deutsche

Ach der Deutsche

Der Deutsche

Ach der Deutsche

Der Deutsche

(Michael Jarick 1980)

4.12.21

Heute doof und morgen doof und übermorgen wieder. Die Geschichte der Abstürzenden Brieftauben

Rene Schiering - Heute doof und morgen doof und übermorgen wieder. Die Geschichte der Abstürzenden Brieftauben. RoBiDo Verlag 2021, 236 Seiten 

Die ersten Berichte über eine Biografie der Abstürzenden Brieftauben tauchten bereits vor 6 Jahren auf und tatsächlich fanden fast alle Interviews zu diesem Buch 2014/2015 statt, dazu gab es 2017 ein Interview mit Birgit Carls. Letztes Jahr erschien eine 2stündige Interview-DVD mit Konrad Carls, aufgenommen 2005 (Einmal Punk und Kein Zurück, Yellow Snake Records/Timezone TZ2022), deren Inhalt zumeist indirekt in das Buch eingeflossen ist. Interessanterweise fehlt Schotte als Auskunftsperson, der in den 1980er Jahren fast alle Aufnahmen der Tauben produzierte und mit ihnen auf Tournee war. Wollte er nicht? Auch einige andere Personen wurden nicht einbezogen wie der Schlagzeuger Olly Rosthal, das damalige Management, die ehemaligen Plattenfirmen, frühere Lebensgefährtinnen von Konrad (ein Hinweis dass einige Interviewpartner*innen nicht erreicht werden konnten oder nicht mitwirken wollten hätte einen guten Eindruck gemacht). Das weitere musikalische Wirken von Micro nach der Trennung des Duos wird mit nur einem Satz abgefrühstückt (Narbengesicht werden erwähnt, die Smelly Caps dagegen nicht), die verschiedene Kapellen, in denen Konrad mitgewirkt hat, werden dagegen durchaus ausführlich beschrieben, auch wenn einiges fehlt (Crassfish, Legal Kriminal, Label- und Produzententätigkeit).

Auch einige andere Stellen im Buch irritieren wie "die Stufen vor C&A" (eine Recherche vor Ort zeigt, dass es der Hintereingang von C&A ist, der nur ein paar Meter neben der ehemaligen Roten Kuh liegt, aber Konrad erzählt es eben anders und der Autor hat es ohne Kenntnis vor örtlichen Gegebenheiten übernommen) und die angebliche Wiederveröffentlichung des Demos "Ein Blödmann kommt selten allein" bereits in den 1990er Jahren (tatsächlich erst Teil der "Doofgesagte leben länger"-Box von 2016). Dementsprechend ist die Diskografie auch lückenhaft, insbesondere die Liste der Sampler-Beiträge ist etwas unlogisch, so fehlen Sampler mit exklusiven Beiträgen ("Allein zu Haus" und "Hippo" auf dem "7 Jahre HBW - Das Fest"-Video von 1994, "Wollt Ihr Die Totale Lust? - Der Aufschwung Des Pogo-Anarchismus", eine Live-Aufnahme von 1984 auf der "Vorwärts Mit Der APPD!"-CD von 1997, sowie "Zu Spät" und "Love Song" auf dem "30 Jahre UJZ Glocksee"-Sampler 2002), andere mit bereits bekannten Songs werden dagegen gelistet. Ach ja, und haben die Brieftauben nicht auch mal im Rockpalast (11.12.1990 in der Live Music Hall in Köln zusammen mit Everyday People, Purple Schulz und Herman Brood & His Wild Romance) gespielt? 

Es wirkt ein bisschen so als ob das Manuskript vor 4 Jahren abgeschlossen und außer der Berücksichtigung einiger Aussagen von Konrad auf der erwähnten Interview-DVD (einige interessante Aussagen über die Machtverhältnisse innerhalb der Band wurden nicht übernommen) vor der jetzigen Veröffentlichung nicht aktualisiert wurde. Auch geht der Autor nicht sonderlich in die Tiefe der Geschichte der Brieftauben, bzw. bleibt höflich zurückhaltend. So werden die persönlichen und gesundheitlichen Probleme von Konrad eher zaghaft beleuchtet. Eine ausführlichere Darstellung muss aber nicht voyeuristisch sein, sondern kann zum Verständnis der Beweggründe der handelnden Personen beitragen. Ein Tabu-Thema scheinen die Finanzen der Brieftauben zu sein, wobei das Tabu eigentlich die ganze Punk-Szene betrifft. Auch hier verstehe ich die Zurückhaltung nicht, vielmehr kann es hilfreich für kommende Musikergenerationen sein, aus den Erfahrungen der Vorgänger zu lernen und es anders/besser zu machen (du wirst nicht ewig erfolgreich sein und irgendwann kommt das Finanzamt, also verschwende deine Jugend, aber nicht dein Geld, sondern such dir gute Finanzberater*innen und Rechtsanwält*innen). Und aus der beiliegenden CD hätte der Verlag viel mehr machen können, z.B. mit dem letzten mit Konrad aufgenommenen Titel "Punkrockrente" oder den von EMI abgelehnten Titeln "Mein kleiner grüner Kaktus" und "EMI", mit "Frank 2" von der Split-CD mit Krombacher MC oder dem von Trio verbotenen Medley "Los Paul/Bumm Bumm/Ja Ja Ja/Anna", mit den Titeln von der "...Nicht zu fassen"-EP oder von der Aufquellenden Brieftaschen-Maxi oder oder oder... Ob es dagegen das letzte Demo von 1996 mit 4 Stücken, dass MCA abgelehnt hat und vom dem offenbar "Tanzen" stammt, wirklich gibt bezweifle ich. Ich habe auf Cassette 2 Instrumental-Stücken, die einen ähnlichen Klang wie "Tanzen" haben, und der versprochene Titel für den "Chaostage Grüße aus Hannover"-Sampler hat es nicht zur Vollendung oder gar zur Aufnahme geschafft. Er wurde dann als "Chaostage 96" von Überflüssig 3 Jahre später aufgenommen und auf Single veröffentlicht.

Abstürzende Brieftauben - Die ersten 25 Jahre. Micro und Konrad K. erzählen (der Interview-Ton der "25 Jahre sind genug!"-DVD, veröffentlicht 2021 von YSR). Wer es braucht....

2.12.21

Deutsches Sportabzeichen in Silber

...Verleihungsurkunde gefunden in öffentlichen Bücherschrank...

30.11.21

Child with personal computer

"Sebastian 12 Jah."
...Foto gefunden in öffentlichen Bücherschrank...

28.11.21

3 Backfische

"EGE 4 11.19 * PLG-01-139061450_00
287 LALALAB-284"
...Foto gefunden in öffentlichen Bücherschrank...

26.11.21

Bürgerradio Hannover- Ein Update

Seit Leinehertz am 30.4.2019 um 24.00 Uhr mehr oder minder freiwillig (der Vorstand hatte auf Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Verwaltungsgericht verzichtet) den Stecker gezogen hat ist auf der Frequenz 106.5 nur noch Rauschen zu hören. Es gab zwar schnell neue Initiativen wie leinelive und Maschseewelle, aber das öffentliche Interesse war eher gering.
Anfang 2021 hat sich eine neue Initiative gebildet, vermutlich auf Drängen von Hannovers grünem Oberbürgermeister Onay (offiziell „wünscht“ er sich ein neues Bürgerradio und hat offenbar auch finanzielle Unterstützung zugesagt), gegründet unter Mitwirkung des bündnisgrünen Ruheständlers Lothar Schlieckau und des Präsidenten des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Michel Golibrzuch, ebenfalls Mitglied von Bündnis 90 Die Grünen. Leibniz FM will sich besonders um die lokale Kultur kümmern und hat schnell zahlreiche Unterstützer gewonnen, darunter auch Hochschulen in Hannover und andere Institutionen. Es gab dann ein paar Meldungen dazu in der Presse, aber dass die Landesmedienanstalt im Juli diesen Jahres Hannover als Verbreitungsgebiet für Bürgerrundfunk erst einmal gestrichen hat ist irgendwie untergegangen. Im September gab es im Niedersächsischen Landtag eine Anhörung zu geplanten Änderungen am Landesmediengesetz (hier die Stellungnahme von Leibniz FM), ob die neuen Schwung in die Bemühungen um ein neues Bürgerradio in Hannover bringen bleibt offen. Die Landesmedienanstalt will sich erst 2023 wieder dem Thema Bürgerradio in Hannover nähern und dass die niedersächsische Politik vorher die Initiative ergreift ist eher unwahrscheinlich – denn am 9. Oktober 2022 ist Landtagswahl in Niedersachsen.

24.11.21

Hannover Szene ‘84

Diesen Hannover-Sampler habe ich teilweise schon gepostet (siehe hier, hier, hier und hier). Die Mitwirkenden haben kaum weitere Spuren hinterlassen. Ist Rene Thomson von Tilt tatsächlich der gleiche Rene Thomson, der auf der Scorpions-LP "Acoustica" die Tontechnik gemacht hat? Oder eher der Gitarrist von Thomson, wo auch Ingo Lühring von Wotan mitmischt? Anca Graterol ist zweimal auf der LP vertreten, einmal mit Baracuda, aus denen später Rosy Vista wurden, sowie Catena, der ersten rumänischen Frauen-Rock-Band, bevor Graterol nach Deutschland auswanderte. Heute betreibt sie das Frida Park Studio in Hannover. Helmut Teubner von Rollsplit hat eine Reihe von Synthesizer-Solo-LPs herausgebracht. Und aus den Knibbels wurden die Kids Of Boredom, die eine Split-Single mit den Pissed Spitzel herausbrachten. Von Zamm, The Chip, Heuer & Finken, der No Fear Band und The Piles gibt es keine weiteren Tondokumente. Auch Ruck Zuck-Druck, Honda Froning, das Stadtmagazin Schädelspalter, die VIF-Berater und den Videoclub Gold gibt es nicht mehr.

Hannover Szene ’84 (LP, PP Promotion Partners/records [2891 574], 1984)
Tilt: She's like a runaway / The Chip: Don't try to change it / Ruck Zuck-Druck/HiFi-Meile / Wotan: Harley Liberty / Heuer & Finken: Lonely among the crowd / Honda Froning-Automobile / No Fear Band: Schau dich um / Hamburger Leben / Zamm: Packeis // Baracuda: Carry on / Catena: Happy Workers / Schädelspalter / Wotan: Dear Friend / Versicherungen-Immobilien-Finanzierungen / The Piles: Into big feet / Videoclub Gold/Yamaha Yamoto / Rollsplit: Nichts ist da / Fromms Blausiegel / The Knibbels: Reich wie J.R.
(download)

22.11.21

Musik Aus Dem Hintergrund

Ein weiterer Hannover-Sampler, diesmal aus dem Jahr 1983, also auch mit optischen NDW-Einflüssen wie das Cover schön zeigt.. Tatsächlich kann aber nur 1 Stück als NDW durchgehen, der Rest ist Rock, Reggae, Folk und Jazzrock. Auch hier handelt es sich zumeist um die einzigen Tondokumente der beteiligten Musikanten. Désirée haben zwar schon einiges Vinyl in den 1970er Jahren herausgebracht, aber die auf dem Beiblatt angekündigte neue LP ist nie erschienen. Von Heuer & Westfahl gibt es 2 weitere Schallplatten. Bei Manila wirkt Brigitte Thielepape von Vox Humana (1976 mit 1 Song auf dem Hannover Rock Szene Doppelalbum) mit, sowie Michael Thielepape vom European Free Jazz Orchestra Des Art Ensembles Of Chicago (auch auf 2 Aufnahmen der "Born Free: The 12. German Jazz Festival"-3fach-LP von 1970 zu hören), Rolf Baumgarten und Peter Pichl (1984 beide Mitglied von Dambisa, Pichl dann später bei Heinz Rudolf Kunze & Räuberzivil).

Musik Aus Dem Hintergrund (LP, dt 83002, 1983)
Alexander "TS": Looking At You / Alphons Pieper Band: Lust / Désirée: Babe I Don't Love You / Heuer & Westphal: Amalie / Manila: Implosion // Normal: Illusion / Orange Pekoe: Großstadttanz / Roxanne: Helden / Süllze & Sosse: Nusstreibend / Sunshine Band: No Mercy
(download)

20.11.21

Hannover Rock Szene

Manchmal schmeiße ich gerne mit dem Wort "legendär" um mich, ob das für dieses Doppelalbum zutrifft mögen andere entscheiden. Jedenfalls stellt es einen Querschnitt durch einen Teil der hannoverschen Musikszene dar, wie sie sich vor 45 Jahren anhörte. Die Musik bestätigt das Image von Hannover als Rock-City nur teilweise, zu hören gibt es auch Blues, Prog und Jazzrock. 4 der beteiligten Bands hatten damals Plattenverträge (Jane, Harlis, Ramses und die Scorpions) und steuerten Titel aus ihren aktuellen Produktionen bei – außer die Scorpions, deren "I’m goin’ mad" von ihrem Debüt von 1972 stammt. Interessanterweise ist Eloy nicht auf dem Album vertreten. Von den anderen Bands gibt es zumeinst keine weiteren Plattenveröffentlichungen. Bei Black Angel spielte Zeno Roth mit, bei Petticoat Kalle Rothert, der später bei Bastard Bass und Gesang übernahm, wo auch Ulli Meißner von der One Day Blues Band mitwirkte. Michael Westerwinter von Mirage betrieb später das Pro Sound Studio in der Nordstadt im Hinterhof von Im Moore 27. "Dice Box" von Madison Dyke stammt wohl von ihrer selbst produzierten Single von 1975, 1977 erschien ihre LP "Zeitmaschine". Relayer haben ihr Opus "Berge des Wahnsinns" nach H.P. Lovecraft wohl nie vollständig auf Tonband gebannt. Und die Harvey Cooper Band ist eine der vielen Stationen im musikalischen Lebenslauf von Dete Kuhlmann. Zu Vox Humana habe ich hier schon geschrieben, zu Choice, Methusalem und Karsten Hamburg habe ich auch keine weiteren Informationen. Wer hinter dem Label Zeroone steckt weiß ich nicht, das Labelprogramm ist ein ziemlicher Gemischtwarenladen, der Sampler "Hannover Szene" aus dem gleichen Jahre ist mit Skiffle, Dixieland (beides hannöversche Seuchen), Folk und Liedermachern eher uninteressant, gleiches gilt für "Hannover Szene Vol. II" von 1977 (mehr hier).

Hannover Rock Szene (2xLP, Zeroone G 2006, 1976)
Jane: Earth / Black Angel: Angel No 7 / Petticoat: Help Me Through The Night / Mirage: House Of Cords // Harlis: Runaway / Madison Dyke: Dice Box / Relayer: Berge Des Wahnsinns / Methusalem: Hemmingen-Westerfeld // Scorpions: I'm Goin' Mad / Choice: Look Here, Dave / Vox Humana: Dice In Turn / Karsten Hamburg: New York // Harvey Cooper Band: Acapulco / One Day Blues Band: The Queen / Ramses: American Dream
(download)

18.11.21

3 Generationen

"Foto Lotto Reinhold feige005.jpg"
...Foto gefunden in öffentlichen Bücherschrank...

11.10.21

Gesellschaft

...Fotos gefunden auf der Straße (es ist keine gute Idee den Umschalg aus dem Fotoladen ungeprüft wegzuwerfen)...

5.10.21

Bezirksrat Südstadt-Bult Juni und September 2021

Direkt nach der Kommunalwahl gab es noch eine Bezirksratssitzung in alter Besetzung, die ich leider wegen eines konkurrierenden Termins ausfallen lassen musste.

Sitzungsunterlagen | Protokoll

Und an die Sitzung im Juni vor der Sommerpause kann ich mich kaum erinnern (ich habe deshalb in das inzwischen veröffentlichte Sitzungsprotokoll geschaut und bin erstaunt, was ich alles falsch verstanden habe). Meine Notizen sagen, dass das 10jährige Jubiläum der Kinder- und Jugendbibliothek Südstadt erwähnt sowie ein neuer Sachbearbeiter des Bezirksratsamts begrüßt wurde. Danach wurde beschlossen, dass in die kommenden Sitzung die Polizei eingeladen werden soll, um vom letzten Kriminalitätsbericht zu berichten (1 Enthaltung).

In der Einwohner*innenfragestunde gab es (wieder einmal) Beschwerden über Werbeanhänger, die Parkplätze am Maschsee blockieren, ebenso über Lärmbelästigung durch sogenannte "Autoposer" auf der Hildesheimer Straße. Auch die geplante Anwohner*innenparkzone in der westlichen Südstadt war Thema. Angeblich seien nur Anlieger mit ersten und zweiten Wohnsitz berechtigt Parkausweise zu erhalten, nicht aber dort ansässigen Unternehmen und Freiberufler. Der Vertreter der Piraten empfahl, die Anwohner*innenparkzone auch auf die östliche Seite der Hildesheimer Straße auszudehnen, da viele Parkplatzsuchende dorthin ausweichen würden.

Anschließende gab es eine Anhörung von Vertreter*innen der Grundschulen im Stadtbezirk und der Polizei zum Thema Schulwegsicherheit, sowie den üblichen Bericht aus dem Integrationsbeirat (diesmal ohne Haushaltsanträge), der sich diesmal mit dem Thema Alltagsrassismus beschäftigt hatte.

Die Vorlage der Verwaltung zum Umbau des Heinrich-Heine-Platzes wurde mit Änderungsantrag einstimmig angenommen, die Anfrage danach wieder einmal übersprungen (die Antwort der Verwaltung darf man dann in nächsten Protokoll suchen).

Bei den eigenen Haushaltsanträgen des Bezirksrats (bzw. dem gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, Grüne, FDP, Linke und Piraten) hat sich der AfD-Vertreter wie fast immer enthalten, ebenso zum rot-grünen Antrag, dass das Grab von Otto von Emmich kein Ehrengrab mehr sein soll (was bedeutet, dass die Kosten der Grabpflege zukünftig die Angehörigen tragen müssen), sowie an seinem Grab und dem Grab von Carl Peters Informationstafeln über deren Verbrechen angebracht werden. Die anderen rot-grünen Anträge wurden einstimmig angenommen.

Ein bizarrer CDU-Antrag zur Installation von "Dialogdisplays" an der Kreuzung Geibel-/Hildesheimer Straße fand außer bei CDU und AfD keine Zustimmung (FDP Enthaltung), die anderen CDU-Anträge fanden viel Zustimmung bei einiger Kritik (nächstes Mal bei Fotos Autokennzeichen abdecken wegen Datenschutz, Firmennamen haben in Anträgen nichts zu suchen, krähensichere Abfallkörbe sind zu bevorzugen und manchmal führt ein Anruf bei der Verwaltung zu einem schnelleren Erfolg als ein Antrag im Bezirksrat).

Kontrovers war dagegen ein ellenlanger Antrag der CDU zum geplanten Parkkonzept (siehe oben), der außer in der eigenen Partei keine Zustimmung fand (Enthaltungen von FDP und sogar der AfD). Naja, mit Behauptungen wie dass breitere Radwege Fußgänger verdrängen würden macht wesen sich keine Freunde.

Mehrheitlich Zustimmung fand abschließend der Piraten-Antrag, die Nutzung von öffentlichen Abfallbehältern durch spezielle Boden-Markierungen zu fördern, was die SPD nicht so toll fand.

Sitzungsunterlagen | Protokoll

1.10.21

No comments

Auf zeit.de habe ich vor kurzem ein Interview mit einer Sexualtherapeutin gelesen, die u.a. von Patient*innen berichtet, die "ihre Instagram-Posts löschen, wenn sie fünf Minuten nach dem Upload nicht genügend Likes bekommen haben. Andere" mache "es fertig, weniger Follower:innen als ihre Freund:innen zu haben". Natürlich freue ich mich auch über Kommentare, aber meine Postings richten sich nicht danach viel Zuspruch zu bekommen, sondern nur nach meinen augenblicklichen Interessen (und die sind nicht nur eindimensional). pj vom Albums I Wish Existed-Blog hat gerade ein Posting veröffentlicht, dass seine Beiträge kaum Feedback erhalten würden, was natürlich eine Art Candy-Storm ausgelöst hat. Ich persönlich finde das etwas peinlich, aber wie gesagt andere legen offenbar mehr Wert auf Resonanz. Wesen könnte jetzt sagen früher sei alles besser gewesen, aber früher gab es nicht viel Konkurrenz zu Blogs außer Fratzenbuch. Heute gibt es Twitter, TikTok, Instagramm, YouTube, die Konkurrenz ist groß und kein Mensch, der nicht mit Social Media sein Geld verdient, kann alle Kanäle bedienen. Anyway, dieser Blog wird noch ein paar Jahre lang existieren, wahrscheinlich bis ich tot umfalle oder das Internet abgeschaltet wird...

PS: Was ich eigentlich sagen wollte: manchmal habe ich einen Plan für eine Reihe von Postings, schaffe es aber nicht alle rechtzeitig vorzubereiten. Deshalb kann es passieren, dass Postings rückwirkend veröffentlicht oder ergänzt werden. Es lohnt sich also gelegentlich nicht nur die erste Seite zu besuchen...

25.9.21

23.9.21

Wahlkampf 2021: Die Dummheit der AfD (aber auch aller anderen Parteien)

Dass ausgelutschte Schlagwörter wie "Freiheit" oder "Sicherheit" bei unterschiedlichen Wählergruppen ganz unterschiedliche Assoziationen hervorrufen dürfte wohl (fast) jedem klar sein. So steht "Freiheit" bei FDP-Wähler z.B. für "Freiheit zur Steuerhinterziehung", bei Linke-Wählern dagegen für "Freiheit von Steuerhinterziehung" oder "Sicherheit" steht bei CDU-Wählern für "Sicherheit vor Russland", bei DKP-Wählern aber für "Sicherheit nur mit Russland". Andererseits richten sich Wahlplakate nicht nur an das eigene Wählerklientel, sondern auch an alle anderen, die die jeweilige Partei von ihrem Anliegen überzeugen will, weshalb es gefährlich ist solche ausgelutschten Begriffe, die völlig unterschiedlich verstanden werden können, zu verwenden, besonders dann, wenn sie auch das Gegenteil von dem, was die Partei sagen will, transportieren können. Dazu aktuell Beispiele der AfD:
Ein "Tempolimit für grüne Verbote" heißt ja eigentlich, dass "grüne Verbote" gar nicht so schlimm sind, sie sollen halt nur nicht so schnell eingeführt werden. Noch besser ist ja der zweite Slogan "Mobilität ist Freiheit". Da ja die weltweiten Fluchtbewegungen von Menschen vor Krieg und Klimawandel auch eine Art von Mobilität sind liest sich der Satz also so das es die AfD begrüßt, dass Flüchtlinge auch nach Deutschland kommen, weil sie nehmen ja nur ihre Freiheit zur Mobilität in Anspruch und Freiheit ist ja nach AfD toll.
Auch der Slogan "„Deutschland muss offen bleiben“ kann ohne weiteres als ein Ja zu offenen Grenzen gelesen werden und damit als „Willkommen ihr Flüchtlinge“. Dem steht auch nicht der zweite Slogan „Nie wieder Lockdown“ entgegen, denn Flüchtlinge aus Deutschland aussperren oder zur Abschiebung einsperren ist ja auch eine Art Lockdown.
Was "Fakten" und was "Alternative Fakten" sind immer eine Frage der Perspektive, insoweit könnte dieses Plakat auch jede andere Partei aufhängen. "Haltung" ist übrigens ein eher konservativer Begriff um nicht "Ideologie" zu sagen. Ist die AfD doch eine linke Partei?
Schock! Männerhass in der AfD? Dürfen Frauen wirklich nachts alleine ausgehen und nicht mehr am Herd ankettet werden?

15.9.21

Wahlkampf 2021: Die Urbane

Klingt wie die Antithese zu Sarah Wagenknecht.
Warum macht ihr euer eigenes Ding und geht nicht zur Linken?