19.6.22

Zeitreise nach Germanien

Filmidee: ein Gruppe Jugendlicher trifft sich nachts in der Lüneburger Heide in einem Hünengrab (Großsteingrab) für eine lustige Geisterbeschwörung. Eines der Mädchen kommt in einer pseudogermanischen Tracht und rezitiert angebliche Druidenformeln. Nach vielen Albereien (Geknutsche?) und Alkoholkonsum/Kiffen kriechen 2 Jungs (Skinheads) nach draußen an die frische Luft und treffen dort auf eine Gruppe germanischer Krieger, die dort Wache halten in Vorbereitung auf eine Bestattungszeremonie. Sie halten die beiden Skins für Dämonen und greifen sie mit ihren Speeren und Schwertern an und töten sie (erfolgreich? Vielleich kann man sie später wieder auftauchen lassen). Die anderen Kids sind erschrocken von dem Lärm und verkriechen sich tiefer im Hünengrab. Schließlich wagt das Mädchen mit der pseudogermanischen Tracht sich nach draußen. Die germanischen Krieger halten sie für eine Göttin und werfen sich vor ihr zu Boden, bzw. fliehen weil sie offenbar mit der Tötung der Diener der "Göttin" (die Skins) einen Frevel begangen haben und jetzt ihre Rache fürchten. Die anderen Kids kommen danach heraus und nach einigem Herumgerede kommen sie auf die Idee, dass eine der Fantasieformeln sie 2000 Jahre in die Vergangenheit hat reisen lassen. In der Folge müssen sie versuchen in der Vergangenheit zu überleben und treffen auf germanische Stämme und versprengte Römer (Überlebende der Legionen des Varus). Je nachdem wie ernst man die weitere Handlung ausgestaltet werden nicht alle Kids überleben, es sei denn Prepper sind dabei, aber auch das ist keine Garantie. Denn es gibt natürlich Sprachschwierigkeiten (ist ein Oberschüler dabei der Latein gelernt hat?), Unkenntnis über genießbare und ungenießbare Pflanzen, Veganer verhungern lieber als Tiere zu jagen, mit ihrem modernen Aussehen und Gerätschaften stoßen sie auf Feindseligkeiten bei den Erwachsenen denen sie begegnen (auch den Kindern?), und mit Wölfen, Bären, Wildschweinen und Hirschen ist auf freier Wildbahn auch nicht gut Kirschen essen. Feuerzeuge dagegen beeindrucken die Menschen von vor 2000 Jahren, wenn sie denn funktionieren.

Optional gibt es eine Parallelhandlung in der Gegenwart, denn das Verschwinden der Kids bleibt natürlich nicht unbemerkt. Vermutlich nicht die Polizei, aber der/die Dorfhistoriker*in kommt auf die Idee sich zu fragen, was die Kids dort im Hünengrab (dort finden sich ihre Fahrräder/Mopeds oder so) außer Party gemacht haben und entdeckt im Jugendzimmer der "Göttin" Bücher über germanische Druiden und Götter und angebliche Beschwörungsformeln. Obwohl er/sie das als Fantasie/Blödsinn erkennt testet er/sie die Formeln und entdeckt die Beschwörung zur Zeitreise. Da er/sie aber einigermaßen wissenschaftlich/logisch handelt entdeckt er/sie auch eine Formel zur Rückkehr, die natürlich der/die Autor*in des betreffenden Buchs nicht aufgeschrieben hat, weil er/sie in Unkenntnis der Bedeutung der verwendeten Runen nur irgendwelchen Blödsinn zusammengebastelt hat, damit es cool aussieht (eventuell Szene mit Streit von Dorfhistoriker*in und Autor*in einbauen). Nach der Entdeckung der Wirkung der Druidensprüche wird ein Rettungstrupp aus mutigen Dorfbewohnern zusammengestellt, um die Kids zu retten. Ob sie alle überleben werden, insbesondere der Dorfpfarrer, die unbedingt den Germanen das Christentum nahe bringen will? Und hat inzwischen die "Göttin" in ihrem verzweifelten Bemühen sich daran zu erinnern, welcher der verwendeten Druidensprüche das Unheil hervorgerufen hat, herausgefunden wie die Überlebenden zurückkehren können? Wenn ja, warum geht das in ihrem Hünengrab nicht, geht es nur in den Externsteinen (weil offenbar die verwendete Formel dem jeweiligen Ort angepasst werden muss)? Und ist die Story zu dünn für einen Kinofilm, kann man eine TV-Serie daraus machen?

16.6.22

Cat content


...gerahmtes Foto gefunden in öffentlichen Bücherschrank...
...vermutlich vom Januar 1987...

22.5.22

Bezirksrat Südstadt-Bult Mai 2022

Meine Notizen zur Mai-Sitzung sind etwas unvollständig da die Batterie des Laptops zwischendurch ihren Geist aufgab. Interessant war, dass die Sitzung im Kuppelsaal des HCC stattfand. Das hatte aber nichts mit Corona-bedingten Abstandsregeln zu tun, sondern war der Tatsche geschuldet, dass die Sitzungssäle im Rathaus derzeit saniert werden, u.a. wegen der alten Mikrofonanlagen.

Hauptthema der Mai-Sitzung war die Anhörung zur Neugestaltung der Geibelstraße. Dazu waren einige Interessenvertreter eingeladen. Wie zu erwarten gab es unterschiedliche Meinungen zum Thema Parkplätze. Nach Ansicht des Wirtschaftsforums sollten so viele Parkplätze wie möglich erhalten bleiben, „weil die Lebensqualität findet eher hinter den Häusern statt“, nicht davor. Dagegen wünschte sich der Seniorenbeirat auf der Geibelstraße seniorengerechte Bänke für die lange Wegstrecke bis zum Maschsee. Nach Ansicht des ADFC sollte zudem Längsparken statt Querparken Priorität haben, weil damit weniger Parkraum verschwendet werde (ein Querparkplatz von 5 Meter-Länge ist immer voll belegt, auch wenn da nur ein Smart steht). Dagegen wurde aber argumentiert, dass Autos immer breiter werden und die nutzbare Fahrbahn dadurch schmaler werde, was u.a. zu abgefahrenen Seitenspiegeln führen würde (was laut Polizei in der Marienstraße vor dem Krankenhaus regelmäßig der Fall sei). Problematisch sei auch der Trend zu Wohnmobilen, die oft über die normale Längsparkplatzbreite hinausragen würden. Gefahren sah der Vertreter der Marktbeschicker bei der Radwegeführung, da an Markttagen der Radweg für die Aufstellung der Marktstände benötigt werde. Dies führte zu dem Vorschlag, ob an Markttagen nicht die Geibelstraße zwischen Mendelsohn- und Stüvestraße ganz gesperrt werden könnte. Eher unrealistisch war der Vorschlag, die Geibelstraße temporär zur Einbahnstraße zu machen, also morgens in die eine und abends in die andere Richtung. Nach Ansicht der Verwaltung würde dies aber zu einem starken Rückstau an Verkehrknotenpunkten führen.

Die übrigen Vorlagen der Verwaltung, ausgenommen zum Thema Velorouten (in die Fraktion gezogen), fanden allseitige Zustimmung aller Bezirksratsmitglieder. Zu den eigenen Anträgen aus dem Bezirksrat kann ich aus dem oben genanntem Grund nichts sagen außer dass ich nächstes Mal vorsichtshalber wieder Stift und Papier mitbringe.

Sitzungsunterlagen | Protokoll

Ach ja, es gab noch eine weitere Sitzung gemeinsam mit dem Sportausschuss zu den Vorbereitungen zum Tage der Niedersachsen und zum Maschseefest, von der ich aber erst nachher erfahren habe...

Sitzungsunterlagen | Protokoll

10.5.22

Frau und Mann

"H 345"
...Foto gefunden im öffentlichen Bücherschrank...

7.5.22

Breaking down David Bowie's 'Heroes' – Tony Visconti & Erin Tonkon


Ich bin gerade dabei mein Postfach aufzuräumen, wer braucht schon E-Mails von 2018 über Gitarren-Effektgeräte und launige Kommentare zu weißen Blues-Gitarristen, aber einige der Video-Links - soweit noch aktuell aufrufbar - verstecke ich als Ostereier hier im Blog. Dieses Video über die Entstehungsgeschichte eines der ikonischen Pop-Hits finde ich aber so spannend dass ich esan den derzeitigen Anfang des Blogs stelle.
Wer mehr in der Richtung sehen will gebe "Rick Beato" bei YouTube ein...
Für alle anderen:

27.4.22

Wieder einmal: der unbekannte 80er Jahre-Song

Ich bin auf Ihren Blog (Brotbeutel) gestoßen und dachte, Sie wären ein guter Ansprechpartner für ein bestimmtes Problem.
Ich und viele andere Leute suchen nach einem Lied, das in den 1980er Jahren vom deutschen Rundfunk (höchstwahrscheinlich NDR) aufgenommen wurde. Hier ist das Lied: https://www.youtube.com/watch?v=eAq7Algo37I;
... Die Suche läuft seit Jahrzehnten und wir alle möchten eine echte Antwort. Nicht irgendwelche falschen Behauptungen ohne Beweise. Natürlich würde ich Ihnen keine E-Mail darüber schreiben, wenn Shazam und andere Songerkennungs-Apps funktionieren würden. Shazam sagt, es sei "Julien Chipolone - Mysterious", aber das ist nur ein Betrüger, der von einem Song profitiert, den er nicht gemacht hat. Die Texte zu googeln funktioniert natürlich auch nicht. Alles, was Sie finden werden, sind endlose Posts von Leuten, die nach dem Song suchen.
- Der NDR wurde kontaktiert und hat Protokolle zur Verfügung gestellt, was zwischen 1982 und 1984 gespielt wurde. Das Lied wurde in den Protokollen nicht gefunden. Dies könnte daran liegen, dass es sich um eine Demo handelt und der Sender die Namen von Demos nicht immer aufgezeichnet hat, weil Demos für die GEMA nicht nützlich waren. Nur eine Theorie... - Viele Scherzbehauptungen sind aufgetaucht, aber ich kann Ihnen jetzt sagen, es ist ein echter Song aus den 80ern. Da ist ein Yamaha DX7-Synthesizer drin und eine Spektralanalyse zeigt eine 10-kHz-Linie, die in den 80er Jahren ein "Signatur-Fingerabdruck" für NDR-Sendungen war. Nur ein paar Gründe, warum dies kein Schwindel/aufmerksames Schema/Streich/etc. ist.
Wie auch immer, erkennst du das Lied? Erkennst du die Band wenigstens? Hast du eine Ahnung, wer es sein könnte? Vielleicht war es eine Band aus Hannover oder Umgebung? Irgendwelche Ideen? Ich würde mich sehr über Erkenntnisse freuen. Die Suche stagniert derzeit sehr...

Ich kenne die Herausforderung und ich habe mir das Lied angehört, aber ich kann dir nicht helfen.

Haben Sie irgendwelche Vorschläge, wie Sie diese Suche fortsetzen können? Könnten Sie bitte zumindest das Bewusstsein dafür auf jede erdenkliche Weise verbreiten? Es ist zu einer ziemlich ernsten Angelegenheit geworden, in der jetzt wöchentlich falsche Behauptungen auftauchen. Menschen profitieren von der Arbeit anderer, und die meisten Menschen mit Gewissen finden es sehr schwer, dies mitzuerleben. Der wahre Künstler und rechtmäßige Urheberrechtsinhaber muss gefunden werden, aber wir brauchen wirklich etwas Hilfe, neue Ideen, neue Hoffnung, irgendetwas ... Das klingt verzweifelt, weil es das ist.

Soweit ich weiß, wurde das Lied zwischen 1982 und 1984 in einer Radiosendung von Paul Baskerville gespielt. Warum also nicht alle möglichen Daten sammeln, an denen Baskerville auf Sendung war, und dann fragen, ob jemand eine der Shows aufgenommen hat (wie Leute Shows von John Peel aufgenommen haben ). Vielleicht hören Sie dann, wie Baskerville den Song in seiner Show vorstellt.

Paul Baskerville wurde mehrfach auf diese Situation angesprochen. Er hat hier sogar ein kurzes Interview darüber geführt: https://www.youtube.com/watch?v=PqNgv_EM8R4
Er erkennt das Lied nicht und glaubt nicht einmal, dass er es gespielt hat. Es hätte einer von vielen anderen DJs sein können. Wir vermuten die leider verstorbenen Stefan Kühne und Klaus Wellershaus. Wir haben versucht, Kontakt zu Leuten aufzunehmen, die genau wie die Leute, die diese Suche gestartet haben (Darius und Lydia aus Wilhelmshaven), in den 80er Jahren Songs aus dem Radio aufgenommen haben. Statistisch gesehen sollte jemand anderes eine Aufnahme des Songs mit dem DJ haben, der den Titel und den Interpreten irgendwo auf einem Band ankündigt. Allerdings war es schwierig, solche Leute zu erreichen, da es bei der Suche große Sprach- und Altersbarrieren gab. Die meisten Suchenden sind junge Anglophone und ältere Deutsche, die dieses Rätsel lösen konnten, waren bisher nicht allzu beeindruckt von diesem ganzen "mysteriösesten Song"-Drama/Hype. Die Sammler wollen nicht einmal mit uns reden und bis zu einem gewissen Grad kann ich es ihnen nicht verübeln. Aber in Wahrheit ist es wirklich ein ziemlich typisches Rätsel und wir haben gute Absichten. Wenn der NDR den Song häufig spielt, kann der Künstler natürlich auftauchen, aber ich glaube nicht, dass sie das tun werden. Wie würden Sie dieses Reichweitenproblem angehen?

Ich weiß nicht, ob Sie jemals eine Geschichte von Sherlock Holms gelesen haben, aber versuchen Sie, logisch zu denken, wie ein Detektiv. Was ist mit dem Originalband? Ich schätze, wenn das Lied aus dem Radio aufgenommen wurde, wurde es auf einer Standard-c60- oder c90-Kassette aufgenommen. Wie ist die Titelliste dieser Kassette? Was sind die Lieder vor und nach diesem mysteriösen Lied? Wenn Sie Wiedergabelisten von Radiosendungen haben, wo sind diese anderen Songs enthalten (wenn sie in derselben Radiosendung aufgenommen wurden)? Vielleicht können Sie auf diese Weise die Sendung identifizieren, in der dieser Song gespielt wurde, vielleicht gibt Ihnen die Playlist dieser Sendung zusätzliche Hinweise wie das allgemeine Thema der Radiosendung. Nur das Hören dieses Liedes hilft nicht, sammle so viele Informationen über die Umstände, wann es aufgenommen wurde, vielleicht hilft das. Und wie wäre es mit Anzeigenschaltungen in deutschen Musikzeitschriften, besonders den kleinen, die sich an die Gothic/Electro-Szene richten, oder mit der Suche nach Aufnahmen von alten Radiosendungen aus der Zeit von 1982 - 1984? Nun, das könnte beinhalten, etwas Geld zu bezahlen, aber was ist diese Suche für Sie wert?

Hier ist die Tracklist vom "Original"*-Tape (namens "BASF 4"): https://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2019/09/most-mysterious-song-playlist.jpg ; ("Blind the Wind" ist genau das, was der 14-jährige Darius als ersten Text des Songs gehört hat und nicht wie der Song tatsächlich heißt)
Hier ist eine Tabelle mit allen Songs aus allen Playlists, die der NDR bisher bereitgestellt hat : https://docs.google.com/spreadsheets/d/1SGKnBTvV7aBSM5Gi0BwUydxXkNooK6ZIVDfYvKUGJ68/edit#gid=1759222071 Die meisten Songs auf BASF 4 wurden in den Playlists gefunden. Dies ist eine riesige Tabelle, deren Anblick überwältigend sein kann, aber ich teile sie trotzdem mit Ihnen. :) Es umfasst die Jahre 1982 bis 1984 für verschiedene Shows und verschiedene DJs. Der ursprüngliche Zeitrahmen war 1982 bis 1984, ABER aufgrund des Yamaha DX7 (der 1983 veröffentlicht wurde), kann der Song nicht vor 1983 datieren. 1982 ausgeschlossen. Es ist unklar, wann genau der DX7 im Jahr 1983 veröffentlicht wurde, aber der allgemeine Konsens scheint Mai 1983 zu sein. Dadurch wurde unser Fenster für die Suche nach Wiedergabelisten sofort um etwa 50 % verkürzt ... Hier ist eine Version des Songs, bei der der größte Teil des Halls entfernt wurde: https://vocaroo.com/66wci1AK2VV Viele Leute, darunter viele Deutsche, sagen, dass sie einen deutschen Akzent hören.
Die Shows, die Darius und seine Schwester Lydia hörten, spielten hauptsächlich New-Wave-Musik, und das ist sehr deutlich an all den Kassetten, die sie geteilt haben, und den Playlists, die uns der NDR gegeben hat. All dies bedeutet, dass wir überall nach Hinweisen gesucht haben, so ziemlich alles über den Song analysiert haben und woher es stammen könnte, eine technische Analyse des Songs durchgeführt haben, die Texte millionenfach analysiert haben, versucht haben, das zu sagen Lied ins rechte Licht zu rücken, denn du hast Recht, nur das Hören des Liedes würde nicht helfen. Da wir so verrückt sind, haben wir sogar versucht, den DJ anhand der Art und Weise zu identifizieren, wie er atmet und am Ende der Aufnahme mit den Lippen "schmatzt". So viel Arbeit wurde in diese Suche gesteckt und doch entzieht sich uns die Antwort. Wenn Sie die ganze Arbeit sehen würden, die getan wurde, könnten Sie vielleicht auf ein fehlendes Stück hinweisen. Als ich Sie um Hilfe bitte, stelle ich fest, dass die Suche nach Neulingen an dieser Stelle ziemlich schwierig ist, da alle rudimentären Dinge ausprobiert und getan wurden. Nun gilt es, das fehlende Puzzleteil zu finden.
*Warum habe ich also "Originalband" gesagt? Nun, die Tapes, die wir haben, sind eigentlich Mixtapes. Die wirklich originalen Bänder existieren möglicherweise nicht mehr. Das bedeutet, dass es möglich ist, dass der gesuchte Song nach 1984 herauskam. Es schien sehr unwahrscheinlich, dass ein 1985er Song auf einem Band voller Songs von 1982-1984 erscheinen würde, aber da dieses Rätsel bleibt und die Wiedergabelisten dies nicht enthüllten Antwort, wir müssen aufgeschlossener werden. Wir hoffen, dass der NDR bald einige Playlists von 1985 mit uns teilen wird.
Wir haben darüber nachgedacht, den Song über soziale Medien zu bewerben, aber die meisten von uns haben keinen Marketinghintergrund. Glauben Sie, dass eine Facebook-Werbung funktionieren könnte? Einige sagen, dass ältere Deutsche Facebook nicht so nutzen wie ihre englischsprachigen Kollegen.
Herauszufinden, wer dieses Lied gemacht hat, würde für viele Menschen die Welt bedeuten. Erstens für diejenigen, die seit fast 40 Jahren immer wieder suchen. Dann all die anderen Menschen, deren Leben, Interessen und Wertschätzung für Musik sich in den letzten 3 Jahren verändert haben. Es war auch ein ziemlich unbeschwertes Mysterium, das Menschen aus allen Gesellschaftsschichten in diesen seltsamen und schwierigen Zeiten zusammengebracht hat. Etwas scheinbar so Triviales und doch so Bedeutsames...

Meine erste Vermutung war, dass die Songs auf dem Band chronologisch aufgenommen wurden, also war "Like The Wind" vielleicht am 3. oder 4. September 1984 auf Sendung. Aber wenn man sich dann die Sounddatei auf archive.org anhört, klingt es eher wie ein Kompilation-Tape. Es gibt kein DJ-Geschwätz zwischen den Songs und die Chronologie ist durcheinander, da Domonatrix nur im Mai 1984 auf Sendung war, aber nach "Wot" (auf Sendung am 4. September) und "Twilight zone" (auf Sendung am 3. September) auf das Band kommt. außerdem beginnt das tape mit "Sunset now", das erst am 22. September ausgestrahlt wurde, und "One fine day" wurde erst am 7. September ausgestrahlt. also können wir annehmen, dass "Like the wind" vielleicht am 3. oder 4. September 1984 ausgestrahlt wurde, aber die Reihenfolge der Songs auf dem band gibt keinen klaren Hinweis. Auch hier empfehle ich, nicht nur online, sondern auch offline zu suchen. Hast du schon einmal daran gedacht, mit Musikjournalisten in Kontakt zu treten, insbesondere von kleineren fanorientierten Magazinen, die einen ähnlichen Sound wie "Like the Wind" covern?
www.orkus.de
www.gothic-magazine.de
www.blitzedmag.com

Tatsächlich schien der September 1984 lange Zeit der logische Mittelpunkt zu sein. Leider lässt sich das nicht über die Playlists verifizieren. Entweder war der Song ein Demo, das aus irgendeinem Grund einfach nicht notiert wurde (obwohl der NDR Demos gespielt und aufgeschrieben hat...) oder unser Zeitrahmen ist irgendwie falsch. Und ja, wir diskutieren jetzt Möglichkeiten, die Suche auch offline zu schalten. Vielen Dank für diese Anregungen und danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, diese eher persönliche Angelegenheit mit mir zu besprechen. Bitte zögern Sie nicht, mir eine E-Mail zu senden, wenn Ihnen noch etwas einfällt, das Ihrer Meinung nach hilfreich sein könnte!

Ich hoffe, die Woche war gut für dich. Ich habe den Gedanken an Anzeigen (noch einmal) weitergegeben, aber diesmal in Zeitschriften an die Community und niemand war interessiert. Es wird immer wahrscheinlicher, dass der einzige Weg, das Rätsel zu lösen, ernsthafte Feldforschung vor Ort in Deutschland ist. Ich meine das sehr ernst, aber im Moment lebe ich in den Vereinigten Staaten, daher ist es für mich im Moment nicht praktikabel, offline zu recherchieren. Und ich kann die Leute in der Community nicht zwingen, das Haus zu verlassen und mit Leuten im wirklichen Leben zu sprechen oder zumindest Werbung zu machen. Bitte kein Geld dafür ausgeben. Das habe ich beim letzten Mal vergessen: https://www.spontis.de/musik/most-mysterious-song/ ; Dieser Artikel ist ziemlich aktuell und wurde vom ursprünglichen Hörern des Liedes selbst, Darius, geschrieben. Es scheint, dass er selbst schon früh versucht hat, einige Zeitschriften wie Orkus und Sonic Seducer zu erreichen. Ich glaube jedoch nicht, dass er sie gebeten hat, ihm bei der Werbung zu helfen, wahrscheinlich nur, wenn sie das Lied kannten oder ihre Leser danach fragen könnten. Er hörte nichts von ihnen.
Um ehrlich zu sein, die Community, die nach dem Song sucht, steckt im Moment ziemlich fest. Alle offensichtlichen Dinge wurden getan und das meiste, was im Internet getan werden kann, wurde getan. Die Leute sind unmotiviert, ernsthaftere Dinge zu tun, die Koordination und Geld erfordern, wie z. B. das Lied online und offline zu bewerben usw. Es gibt auch Müdigkeit, die hauptsächlich aus der Desillusionierung resultiert, weil sie von so vielen Kontakten und der "viralen Suche" nichts gehört haben. nähert sich seinem 3-jährigen Jubiläum. Auch hier kann ich niemanden zwingen, Dinge zu tun, die er nicht tun möchte, aber wir alle hätten immer noch gerne eine echte Lösung für dieses Rätsel, besonders nach all der Zeit und Energie, die wir investiert haben. Was denkst du?

Nehmen Sie vielleicht Kontakt mit deutschen Musikzeitschriften/Autoren auf, um sie zu fragen, ob sie daran interessiert sind, über das Thema zu schreiben. Weil Leute, die diese Radiosendungen gehört haben, oder die Musiker, die diesen Song aufgenommen haben, immer noch diese Musikmagazine lesen und sich dann an diesen Song erinnern. Ich kann mir keinen anderen Weg vorstellen, mit jemandem in Kontakt zu treten, der mehr Informationen über den Song hat.
Für mich ein klassischer Fall dafür, was das Internet nicht kann: seriöse Informationen über die Zeit bieten, bevor es öffentlich zugänglich war.

...translated with the help of babelfish...

24.4.22

Die Brexies (formally known as The Brexits)


Da kündigt ein Bekannter an, ein paar Videos mit einer Puppen-Band namens The Brexits auf YouTube zu stellen und man sagt sich okay, schaue ich mir bei Gelegenheit mal an, und vergisst es dann.
Und plötzlich 4 Jahre später steht man vor fast 900 Video-Clips!

Jetzt auch als eigener Kanal...

Kann sein dass nicht alle Clips verfügbar sind wegen Urheberrechtsverletzungen oder so...

21.4.22

Björn Fischer: Rock-O-Rama. Als die deutschen kamen (Hirnkost 2022)

Rock-O-Rama, bzw. sein Betreiber Herbert Egoldt sind ein heißes Thema in der deutschen Punkszene, stehen doch am Anfang des Labels einige Deutschpunk-Klassiker und legendärer Finnen-Krach, sowie an seinem Ende jede Menge Nazi-Schrott. War Herbert Egoldt ein Nazi oder nur ein zynischer Geschäftsmann, wir werden es nie erfahren. Jedenfalls ist es ehrenwert sich mal tiefer mit der Labelgeschichte jenseits aller Nazi-Verurteilungen zu beschäftigen, zudem ist der Autor Björn Fischer als ehemaliger Plastic Bomb-Autor und Schlagzeuger in zahlreichen Hannoveraner Punkkapellen jenseits des Verdachts irgendwie mit Egoldts Wirken zu sympathisieren (allerdings spart er selbst mit Bewertungen, ob die einzelnen Veröffentlichungen hörenswert sind oder nicht).

Bevor ich das Buch gelesen habe hatte ich ein Telefongespräch mit dem Herausgeber eines bekannten deutschen Fanzines, dem das Buch eher weniger gefiel, einmal wegen der Gestaltung, zum anderen wegen dem eher nüchternen Inhalt (zu wenig schmutzige Wäsche). An der Kritik ist vieles dran, aber ich bin mir nicht sicher ob mensch das Buch hätte anders machen können. Denn über Egoldt ist nicht viel bekannt, es gibt kaum Fotos von ihm, die Erzählungen der Musiker (Musikerinnen tauchen in dem Buch fast überhaupt nicht auf) beschränken sich auf Begegnungen in seinem Plattenladen und geringe geschäftliche Kontakte, sowie seltene Anwesenheiten bei Studioaufnahmen. Ich weiß nicht ob Björn Fischer versucht hat mit der Familie Egoldt Kontakt aufzunehmen, aber da diese nach dem Tod von Herbert Egoldt mit Rock-O-Rama nichts zu tun haben wollte nehme ich an dass ein Kontakt von Seiten der Familie auch nicht erwünscht war.

Optisch ist das Buch eine Enttäuschung, angesichts des Preises hätte mensch zumindest einige farbige Abbildungen von LP-Covern erwarten können. Zahlreiche Abbildungen sind unscharf und zum Teil schlecht leserlich was möglicherweise an dem verwendeten Papier liegt. Eventuell ist das Buch hier Opfer der aktuellen Papierkrise im deutschen Buchhandel geworden.

Unglücklich sind auch die Kapitel zu den einzelnen Punk-Veröffentlichungen, diese Zerstückelung stört doch den Lesefluss erheblich, insbesondere wenn es sich um Kapellen mit mehreren Veröffentlichungen handelt und so die jeweilige Bandhistorie nur etappenweise aufgedröselt wird. Andererseits wäre z.B. bei den Veröffentlichungen aus Finnland ein gelegentlicher Blick über den Tellerrand nett gewesen wenn der Autor die unterschiedlichen Cover von Original-Pressungen und Rock-O-Rama-VÖs gegenüber gestellt hätte, um Egoldts Einflussnahme zu dokumentieren.

In der zweiten Hälfte, wo es um den Nazi-Kram geht, ist der Lesefluss deutlich angenehmer, wird nicht durch einzelne Plattenbeschreibungen unterbrochen, nur die erste Böhse Onkelz-LP kriegt eine gesonderte Erwähnung. So etwas hätte ich mir auch für den ersten Teil des Buchs gewünscht, die einzelnen Bandgeschichten hätte der Autor auch in Exkurse auslagern können.

Am Ende des Buches tauchen zahlreiche Statements von Personen auf, mit denen Björn Fischer wegen dem Buch offenbar in Kontakt war, allerdings erscheinen mir nicht alle wirklich relevant zu sein, auch wird teilweise nicht deutlich, in welcher Beziehung sie zu Rock-O-Rama standen. auch wenn es sich um Zeitzeugen handelt. Die Düsseldorfer haben damals ja auf Köln eher herabgesehen, weshalb sie kaum etwas zum Thema beitragen können. (Mein Lieblingsstatement stammt übrigens von Wixer von den Boskops, besonders wegen der Schlusspointe.) Das wäre übrigens ein guter Anlass gewesen, ein bisschen tiefer in das damalige Punkgeschehen und das Verhältnis der verschiedenen Labels, bzw. die Position von Rock-O-Rama in der gesamten Szene einzusteigen. In diesem Zusammenhang stellt sich mir zudem die Frage, ob die LP "Zensur & Zensur" von Male, finanziert vom Düsseldorfer Rock On-Plattenladen, eventuell eine Inspiration für Egoldt war, sich ebenfalls in dieser Richtung zu versuchen anstatt nur alte Rockabilly-Aufnahmen neu aufzulegen.

Die Discografie ist relativ umfangreich und listet auch den ganzen Nazi-Kram auf, merkwürdigerweise fehlt aber das Label Big-H mit den Rockabilly-Samplern aus der Zeit vor den Punk-Platten, was übrigens zeigt dass Egoldt im Gegensatz zu Alfred Hilsberg, Karl Walterbach und anderen kein Neuling im Plattengeschäft war. Die Veröffentlichungen seines New Wave-Sublabels First Floor Records (They Must Be Russians, Saigon, Release The Bats und Above The Ruins) muss ich mir übrigens mal genauer ansehen...

PS: Auf Seite 338 ist ein peinlicher Übersetzungsfehler: laut Fußnote 149 wird das Originalzitat "McLellan later accused the label (...) of putting the national cause in the background over financial interests" im deutschen Text fälschlich wiedergegeben als "(…) die nationale Sache über finanzielle Interessen zu stellen".

Siehe auch:
TAZ vom 26.4.2022: "Angenehme Unterhaltung mit Herbert"
Underdog Fanzine
Interview bei Steeltown Records
Die Amazon-Kundenrezensionen findet ihr auch ohne meine Hilfe, ne?

15.4.22

12.4.22

Bezirksrat Südstadt-Bult März 2022

Auch wenn die März-Sitzung ziemlich lang war gab es nichts wirklich Aufregendes. Vielleicht war deshalb der Pressevertreter gar nicht erst erschienen, wobei er auch sonst im Gegensatz zu den Pressevertreter*innen in den anderen Bezirksräten eher schreibfaul ist.
Nachdem in der letzten Sitzung die Fernwärmesatzung vorgestellt aber nicht entschieden worden war gab es diesmal 2 Änderungsanträge, zum einen wollte die FDP den Benutzungszwang gestrichen wissen (von der Mehrheit abgelehnt), zum andern Grün/Rot das Satzungsgebiet erweitern (angenommen). Zu den Auswirkungen der Fernwärmesatzung auf zukünftig betroffene Mieter*innen wollte sich die Verwaltung nicht klar äußern.
Danach gab es eine ausführliche Darstellung der Umbaupläne für die Geibelstraße. Nachdem klar war, dass etwa 1/4 der bisherigen Parkplätze durch den Umbau verloren gehen würden –der vorhandene Baumbestand lässt offenbar keine andere Parkplatzaufteilung zu - wurde die Verwaltungsvorlage in die Fraktion gezogen. Außerdem wollen die Grünen per Dringlichkeitsantrag noch mal eine Bürgerbeteiligung zu den aktuellen Plänen.
Die Anfragen werden wieder mal nur außerhalb der Sitzung schriftlich beantwortet.
Die eigenen Anträge der Fraktionen drehten sich zumeist um Verkehrsthemen und waren selten kontrovers, ein Antrag zur Erneuerung eines Radweges wurde in die Fraktion gezogen, ebenso ein Antrag auf Benennung einer Streuobstfläche an der Hoppenstedtwiese.
Das Publikumsinteresse war auch eher minimal...

Sitzungsunterlagen | Protokoll

3.4.22

Schwurbel oder kein Schwurbel?

...entdeckt am Stephansplatz, Hannover Südstadt...
update...

28.3.22

2 Kinder 25 Jahre

"NEG.NR.<15> 08.97 07"
<15>...Foto gefunden im öffentlichen Bücherschrank...

25.3.22

Lampe


... Foto gefunden auf Straße...

24.3.22

Fridays For Future goes über-woke

Am 23.3.2022 erhielt die Musikband RONJA MALTZAHN & THE BLUEBIRD ORCHESTRA von Friday For Future die Nachricht, dass sie nicht auf der FFF-Demo in Hannover auftreten dürfe, weil die Sängerin der Band Dreadlocks habe. Sollte sich Ronja Maltzahn aber die Haare schneiden dürfe die Band doch auftreten, eine Aussage, die laut einer späteren Presseerklärung von FFF so nicht hätte getroffen werden dürfen weil unsensibel und grenzüberschreitend. Im übrigen sei man bereit nach der Demo in Austausch zu gehen.

An diesem Vorgang so viel falsch dass es sich lohnt ins Detail zu gehen. Zum einen ist das Angebot, nach der Demo "in Austausch" zu gehen heuchlerisch, weil der Schaden der öffentlichen Ausladung und Diffamierung nicht wieder gut zu machen ist. Auch das Angebot, die Band dürfe auftreten, wenn Ronja Maltzahn ihre Haare schneide, ist Ausdruck von Überheblichkeit und fordert von der Band eine Unterwerfungsgeste, wo diese doch mit ihrem Auftritt eine gleichberechtigte Solidarität mit FFF demonstrieren wollte. Dass sich FFF für dieses "Angebot" entschuldigt hat ändert nichts daran dass die Forderung in der Welt ist und zudem die Ausladung weiterhin besteht. Zudem beschwört die Aufforderung sich die Haare zu schneiden Bilder herauf von Frauen mit kahlgeschorenen Köpfen, die wegen angeblicher Kollaboration mit Besatzungssoldaten 1945 durch französische Straßen getrieben wurden. Soviel zur historischen Sensibilität von FFF. Das diese Forderung überhaupt erhoben wurde belegt einen moralischen Rigorismus von FFF, der leicht in Gewalt gegen Menschen umschlagen kann. Dazu passt auch, dass Dreadlocks ja ein religiöses Symbol der Rastafari sind. Ich weiß nicht, ob Ronja Maltzahn Anhängerin dieses Glaubens ist, aber falls dies der Fall sein sollte wäre die Forderung sich die Haare schneiden zu lassen ein Angriff auf ihren Glauben, weshalb FFF dies im Vorfeld hätte klären müssen was aber offenbar nie jemand in Erwägung gezogen hat. Ob FFF es auch wagen würde Gil Ofarim nur unter der Auflage, seinen Davidstern-Anhänger zu verstecken, auf die Bühne zu lassen?

Aber warum sind die Dreadlocks von Ronja Maltzahn überhaupt ein Problem? Laut FFF seien Dreadlocks bei weißen Menschen eine kulturelle Aneignung, schwarze Widerstandssymbole hätten auf weißen Köpfen nichts zu suchen. Zudem wolle FFF ein "Safe Space" für BiPoC's sein. Nun stellt sich die Frage, inwieweit es sinnvoll ist FFF als "Safe Space" zu begreifen, als einen Schutzraum, in dem marginalisierte Personen sich diskriminierungsfrei austauschen können. Tatsächlich ist FFF und insbesondere die von FFF veranstalteten Demonstrationen und Aktionen genau das Gegenteil eines "Safe Space" weil FFF sich nicht von der Öffentlichkeit absondern, sondern im Gegenteil an die Öffentlichkeit drängt und mit dieser in Kommunikation treten will, um sie von ihren Ansichten zu überzeugen. Das vorgeschobene Argument des "Safe Space" ist vielmehr der Versuch, durch unterschiedliche Lebenserfahrung der Beteiligten möglicherweise auftretende Konflikte innerhalb von FFF zu unterdrücken, was nicht gerade für ein demokratisches und herrschaftsfreies/gleichberechtigtes Miteinander spricht. Zudem führt eine solche Tabuisierung später nur zu viel größeren Konflikten.

Weiterhin ist die Behauptung Dreadlocks seien schwarze Widerstandssymbole eine extreme Verkürzung der historischen Realität (genauso wie das Swastika allein auf den Nationalsozialismus zu reduzieren). Richtig ist, dass Dreadlocks popkulturell ihren Ursprung in der Rastafari-Bewegung haben, diese aber in erster Linie eine religiöse Bewegung war, in der Frauen eher unterdrückt wurden. Die Rastas waren aber nicht die Erfinder der Dreadlocks, die bei ihnen wie eine Löwenmähne wirken sollte (bekanntermaßen sind es die Löwinnen, die jagen, und die Löwen als Paschas machen sich dann über die Beute her, genauso wie die Rasta bekifft die Trommeln schlagen und den Frauen die Arbeit überlassen - sorry für das Klischee), tatsächlich finden sich Dreadlocks bereits bei den Azteken, im Hinduismus, bei den australischen und nordamerikanischen Ureinwohnern, im Islam, im Buddhismus, bei den Massai, auf griechischen Statuen und Vasen, bei den alten Ägyptern, im Europa der Stein- und Bronzezeit, im Polen des 17. Jahrhunderts, am dänischen Königshof., bei den Mau-Mau-Kriegern gegen die deutsche Kolonialarmee. Dreadlocks gab es weltweit zu verschiedenen Zeiten in zahlreichen Kulturen in unterschiedlicher Bedeutung, sie auf ein Symbol schwarzer Widerstandskultur (ich kenne kein einziges Bild aus der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre, wo jemand Dreadlocks trägt) zu verkürzen ist eine ideologische Verfälschung einer langen kulturellen Tradition, weshalb kein Fall "kultureller Aneignung" vorliegen kann, weil Dreadlocks menschliches Allgemeingut sind.

Überhaupt, was ist überhaupt "kulturelle Aneignung"? Dazu sind 2 Ebenen zu unterscheiden, zum einen der Vorgang an sich, zum anderen die Frage nach der moralischen Rechtfertigung. "Kulturelle Aneignung" an sich bedeutet nichts anderes als Übernahme eines Bestandteils einer Kultur in eine andere Kultur bei ihrer gleichzeitigen Veränderung/Anpassung, ein Vorgang den es zu allen Zeiten gegeben hat, das Lernen von seinen Mitmenschen wie die Übernahme technischer Errungenschaften und ihre Weiterentwicklung, von künstlerischen Techniken zum Zweck der Formulierung eigener Ideen, von Gesellschafts- und Herrschaftsformen unter Anpassung an die lokalen Gegebenheiten. Mein Lieblingsbeispiel in diesem Zusammenhang sind die Sapeurs, die Kongo-Dandies von Brazzaville und Kinshasa, Männer die die Eleganz europäischer Dandies im Kontrast zu ihrer zentralafrikanischen Umgebung pflegen. Die Kultur der Sapeurs ist eindeutig eine Übernahme europäischer Traditionen im kompletten Widerspruch zu ihrer zentralafrikanischen Umgebung (die im übrigen auch nur noch geringe Bezüge zu Traditionen aus der Vorkolonialzeit hat) bei gleichzeitiger Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Dieses Beispiel eignet sich auch gut, um die zweite Ebene der "kulturellen Aneignung" zu beschreiben, nämlich die Frage wann dieser Vorgang moralisch gerechtfertigt ist oder nicht. Kulturelle Aneignung wird immer dann als moralisch verwerflich angesehen, wenn sich in der Übernahme ein Herrschaftsgefälle zeigt. Bei woken Menschen wird kulturelle Aneignung nur in Bezug auf kulturelle Ausdrucksformen wie Kunst, Musik, Tanz, religiöse Symbole, Sozialverhalten, Sprache usw. betrachtet, geht aber meines Erachtens darüber hinaus. Wo zeigt sich deutlicher ein Machtgefälle, wenn Pharmakonzerne das medizinische Wissen von indigenen Völkern sich patentieren lassen und damit Geld verdienen, die "Entdecker" damit quasi enteignen? Tatsächlich geht es immer um einen wirtschaftlichen Vorteil, der durch die kulturelle Aneignung erzielt werden soll, andernfalls fehlt doch eine Motivation sich überhaupt mit einer fremden Kultur jenseits der Wissenschaft zu beschäftigen. Irgendwie wollen sich das aber viele woke Kritiker nicht eingestehen, weshalb sie gerne davon sprechen, durch kulturelle Aneignung würden diskriminierende Stereotype erzeugt, Bedeutungen verfälscht oder negiert und damit die Eigenständigkeit der vermarkteten Kultur vernichtet. Das Problem bei dieser Betrachtungsweise ist, dass sie ideale Anschlussmöglichkeiten für die rechtsradikale Ideologie bietet, denn was ist die Klage über kulturelle Aneignung nichts anderes als die rechtsradikale Klage von der Vermischung der Kulturen, die zum Untergang der jeweiligen eigen Volkskultur führt? Und dieser Vorwurf, rechtsradikales Denken in die linken Diskurse einzuschleusen, richtet sich nicht nur an die woke weiße Jugend, sondern auch an die BiPoC-Vertreter*innen, die sich der gleichen Argumentation bedienen.

Was bedeute das jetzt für den Ausschluss von RONJA MALTZAHN & THE BLUEBIRD ORCHESTRA von der Fridays For Future-Demo? Der Ausschluss basiert auf ideologischer Verblendung in Verkennung der tatsächlichen Kulturgeschichte von Dreadlocks, die eben kein kulturelles Artefakt der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre sind, sowie dem falschen Glauben an abgrenzbare kulturelle Unterschiede wie sie auch im Rechtsradikalismus propagiert wird. Zudem kann Ronja Maltzahn keinerlei ökonomischer Gewinn gegenüber irgendwem durch das Tragen von Dreadlocks nachgewiesen werden (das tragen von Dreadlocks ist heute kein subkulturelles Alleinstellungsmerkmal mehr), noch dass irgendeine andere Kultur dadurch geschädigt wird. Denn noch nicht einmal in den betroffenen Kulturen sind sich die Menschen darüber einig, ob die jeweilige kulturelle Aneignung sie beleidigt oder Stolz auf ihre Kultur macht und die Übernahme als Respektbezeugung durch fremde Kulturen zu verstehen sei.

13.3.22

Frau x 3

...Passfotos gefunden in öffentlichen Bücherschrank...

7.3.22

Punk ist tot, lang lebe Punkrock

Gleich zu Anfang möchte ich etwas klarstellen und zwar ist das, was viele Menschen an irgendwie philosophische/soziologischen Betrachtungen schreiben in der Regel ein Versuch, das eigene Verhalten vor sich oder ihre Mitmenschen zu rechtfertigen. Das bedeutet, nur diejenigen Betrachtungen, die Selbstkritik enthalten oder irgendein Unbehagen mit der eigenen Position artikulieren, sind interessant und für das eigene Selbstbild weiterführend. Unter dieser Prämisse ist der Artikel "Ausländer nehmen den Deutschen keine Arbeitsplätze weg - weiße Cis-Männer nehmen Frauen nicht die Bühne weg" (ZAP #157) ein kompletter Ausfall.

Aber zuerst zum Titel dieses Textes: schon vor längerer Zeit habe ich für mich definiert, dass Punk eine Einstellung zum Leben/zur Gesellschaft ist, die mensch in jedem gesellschaftlichen Feld finden kann, also Musik, Literatur, Politik, was weiß ich. Punkrock ist dagegen eine kulturelle Nische mit eigenen Regeln wie andere Jugend-/Sub-/Rentnerkulturen. Doch warum ist das eine tot und das andere lebt? Weil Punk in der BRD nicht mehr funktioniert.

Punk ist eine kulturelle Erscheinung in einer stark von sozialen/moralischen Regeln bestimmten Gesellschaft, wie es die BRD bis Ende der 1970er Jahre war, ähnlich der englischen Klassengesellschaft in diesem Zeitraum. Meine Beobachtung ist weiterhin, dass Punk nicht gleichzeitig auf dem gesamten Erdball Wirkung gezeigt hat, sondern in unterschiedlichen Gegenden zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufblühte. Dies hat nichts damit zu tun, dass die Erzählung Punk unterschiedlich lange Wege genommen hat um in einzelnen Gesellschaften anzukommen, sondern dass Punk nur fruchtbar werden kann, wenn bestimmte soziale/gesellschaftliche Bedingungen eintreten. Die Wüste blüht nur, wenn Regen fällt, bis dahin schlafen die Samenkörner im Boden, siehe das Video von Sonic Youth "1991 - The Year Punk Broke".

Punk wird bei seinem erstmaligen Auftreten von großen Teilen der jeweiligen Gesellschaft nicht verstanden. Dies liegt daran, dass Punk im Wesentlichen "dagegen" ist, gegen die vorherrschenden gesellschaftlichen/moralischen Vorstellungen der Mehrheit. Punk nimmt dazu Positionen ein, die von der Mehrheit nicht verstanden werden, weil es diese Positionen in der versteinerten Gesellschaftsordnung bis dahin nicht gegeben hat. Das gleiche gilt für die vielzitierten Vorläufer wie DaDa und Situationismus. Aus dieser Provokation zieht Punk seine Kraft und seine Existenzberechtigung. Das legt es nahe, auch andere gesellschaftliche Provokationen, die im wesentlichen aus einem "dagegen" gegenüber den gesellschaftlichen Mehrheiten bestehen, gefühlt als Punk zu verstehen.

Doch so einfach ist es in Bezug auf die BRD heute nicht mehr. Seit den 1980er Jahren haben sich die westlichen Gesellschaften geöffnet, wir leben in einer Zeit des "anything goes", was für viele gesellschaftliche Minderheiten die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Akzeptanz eröffnet hat. Es sind viele neue gesellschaftliche Einstellungen ge-/erfunden worden. Und das ist das Problem um nicht zu sagen das Todesurteil für Punk. Während es früher hieß "was ist das denn?" heißt es heute "ist das nicht?". Wer heute gegen etwas ist findet sich in der Regel plötzlich von Mitmenschen umgeben die die gleiche Position aus einem "dafür" entwickelt haben. Punk will aber nicht "dafür" sein. Wenn mensch jedoch mit seinem "dagegen" immer bei einer bereits existierenden "dafür"-Position landet (die es früher nicht gab, aber jetzt möglich ist), dann funktioniert "Punk sein" eben nicht mehr, weil wo ist die Provokation wenn mensch damit nur andere in ihrem Glauben bestätigt? 1977 konnte Sid Vicious noch mit einem Hakenkreuz-T-Shirt herumlaufen, weil es keine gesellschaftliche Gruppe gab, die seinem Aussehen und Auftreten entsprochen hätte. (Neo-)Nazis sahen damals ganz anders aus, sein Aussehen und Verhalten fand ebenso wie bei der spießigen Mehrheit keine Zustimmung bei ihnen. Heute wäre das anders.

Weil das "dagegen"-sein so heute nicht mehr funktioniert ist Punk zumindest in den westlichen Gesellschaften tot. Ich persönlich habe mich schon vor Jahren davon verabschiedet danach zu fragen wogegen jemand ist, weil wie gesagt mensch sich dann in Allianzen wiederfindet die mensch nie eingehen wollte (und wenn doch dann war diese Person nie Punk). Wie sagte damals der bekannte Neonazi-Führer Michael Kühnen: "Ich bin gegen Atomkraft weil es das deutsche Erbgut schädigt". Ich frage lieber danach, "wofür" die Menschen sind, auch weil die meisten Menschen das gar nicht beantworten können. Gegen etwas sein ist so einfach, aber was bitte sollte nach "Merkel muß weg" an ihrer Stelle kommen?! Hat übrigens auch kein*e Journalist*in gefragt.

Für etwas zu sein ist also definitiv kein Punk. Die heutige Punkszene funktioniert aber nach Regeln, die festlegen wann etwas Punk ist und wann nicht. Sicher sind diese Regeln etwas vage aber nichts desto trotz existieren sie, sonst wäre ja keine Abgrenzung zu Nazis/HipHop/Metal/Schlager möglich. Ich verteufle diese Regeln nicht, einige sind für meinen Geschmack zu eng, andere zu weit, aber ich akzeptiere diese ungeschriebenen Regeln, denn sonst könnte die Punkszene als eigenständige Subkultur nicht existieren. Ich nenne das aber nicht mehr Punk, sondern Punkrock. Dieser Punkrock existiert im übrigen schon sehr sehr lange, für mich ungefähr seit Anfang der 1980er Jahre, als die Musik und das Verhalten von Punk von einer jungen linksradikalen Szene entdeckt und adoptiert wurde, was von Teilen das damaligen Szene wohl mehr als nur akzeptiert wurde, auch weil damit Hilfe gegen die ständige Drangsalierung durch Polizei, sonstige Ordnungskräfte und andere Spießbürger*innen kam. Andere Teile der Szene fanden das nicht so toll und wurden zu Nazi-Skins. Und die ganzen Künstler*innen/Avantgardist*innen, die sich durch den ursprünglichen Punk-Impuls in ihrer Kreativität bestärkt fühlten (Berliner Krankheit, Düsseldorfer Szene) fanden sich plötzlich aus Punk ausgeschlossen, weil ihr Verhalten den neuen "Punkrock-Regeln" widersprach. Einer der klassischen Wendepunkte war da das "Geräusche für die 80er Jahre"-Festival in Hamburg. Oder auch die "Metal Box" von Public Image Limited, eigentlich auch schon die vorherige "First Issue"-LP. Viele Bands gingen unter, weil sie sich im Gegensatz zu ihrem Publikum musikalisch weiterentwickelten, aber nicht immer ein neues fanden.

Wie gesagt, Punkrock braucht zu seiner Existenz die Einhaltung bestimmter Regeln, viele davon stammen aus der seit langem assoziierten linksradikalen Tradition, die Konflikte in der Szene zeugen aber davon, dass linke Gesellschaftsvorstellungen und Punkrock Schnittmengen haben aber nicht identisch sind. Zudem wird auch nie thematisiert, dass Punk seine Wurzeln im Individualismus hat, daher seine Affinität zum Anarchismus, weshalb er auch nicht in Gegnerschaft zum Kapitalismus tritt wie der aus der Tradition des Kommunismus kommende Linksradikalismus. Tatsächlich ist jede*r Musiker*in, Fanzinemacher*in, Plattenproduzent*in - um mal die wichtigsten Kulturproduzenten von Punkrock zu benennen - ihre/seine eigene Unternehmer*in, nicht angestellt und ausgebeutet, sondern selbständig und sich selbst ausbeutend. (Dass sie sich trotzdem antikapitalistisch geben ist ein Nebenwiderspruch, den sie genauso aushalten wie die Nazis damals von schaffenden (= deutsche Handwerker und Bauern) und raffenden (= jüdische Kaufleute) Kapital unterschieden, das ist jetzt eine sehr böse Analogie, aber Jeff Bezos und dein lokales DIY-Label sind beide Teil der allumfassenden Marktwirtschaft, no doubt about it.)

Aber ich wollte mich eigentlich zu Sven Bock (der übrigens einen extrem berührenden irgendwie Nachruf auf seinen Stiefvater im ZAP #159 geschrieben hat: "Ich will nicht werden was mein Alter ist: Hartmut") und dem oben genannten Artikel äußern. Zum einen ist bereits der Titel "Ausländer nehmen den Deutschen keine Arbeitsplätze weg - weiße Cis-Männer nehmen Frauen nicht die Bühne weg" ein gedanklicher Kurzschluss, weil die Ausländer ja zumeist nur die Arbeitsplätze bekamen/bekommen, für die sich Deutsche zu fein waren/sind sie auszufüllen (etwas was die Briten gerade durch die Folgen des Brexit brutal selbst erfahren). Weiße Cis-Männer dagegen halten die sogenannte gläserne Decke gegen FLINTA*s weiterhin aufrecht, und wenn einer ausfällt werden weiterhin Geschlechtsgenossen bevorzugt (was aus einer animalischen Perspektive durchaus schlüssig ist, weil das Vertrauen zu Artgenossen wächst mit der Ähnlichkeit, aber wo wäre dann noch der Unterschied zwischen Mensch und Tier?). Und da sind wir bei den sogenannten Privilegien. Es reicht nicht aus zu sagen, man sei als Cis-Mann nicht privilegiert oder nehme solche Privilegien nicht wahr, vielmehr muss mann aktiv dagegen ankämpfen, solange das Umfeld einem weiterhin diese Privilegien zuschreibt, solange die Umgebung wissentlich übersieht, dass der Kaiser keine Kleider anhat/anhaben will. Hat nicht gerade der Präsident des DAAD seine Bewerbung als Präsident der HU Berlin zurückgezogen, weil er nicht Teil eines rein männlichen Gremiums sein wollte? Wer diese Situation nicht reflektiert suhlt sich weiterhin in seiner privilegierten Männlichkeit. Trotzdem verlange ich nicht sich FLINTA*s zu unterwerfen, was ich verlange ist die Situation zu reflektieren und daraus Konsequenzen zu ziehen, egal welche. Mag dabei der eine oder andere zu dem Schluss kommen, dass FLINTA*s zu Recht im Punkrock nichts zu suchen haben, aber dafür müsste er/sie/es erst mal ein stichhaltiges Argument finden (Gene, Körperbau, Sozialisation, Frauen bestehen aus mehr Wasser als Männer und sind deshalb geschwätziger, es war doch Eva, die Adam zu Essen des Apfels verführt hat und eigentlich sind alle Frauen rachsüchtig wie Adams erste Ehefrau Lilith). Leider geht Swen Bock diesen Weg nicht. Anstatt irgendeinen Beleg zur Rechtfertigung der aktuellen Lage im Punkrock zu suchen wirft er mit Beleidigungen und Unterstellungen um sich. Wieso muss ich wenn ich eine Diskriminierung akzeptiere auch alle anderen akzeptieren? Verlangt das Anerkennen von Black Lives Matters gleichzeitig die Unterstützung von BDS? Wieso ist das Anerkennen von unterschiedlichen Gruppenzugehörigkeiten "positiver Rassismus"? Das Akzeptieren von Unterschieden heißt nicht, dass die Unterschiede zu unterschiedlichen Rechten und Pflichten führen. Und die Behauptung Privilegien seien "ein Resultat menschlichen Handelns in einem Faktorengefüge, das zu komplex ist, um es zu modellieren" liegt noch unter dem Niveau von "was kann ich als Einzelner denn gegen den Klimawandel ausrichten, da habe ich doch gar keinen Einfluss drauf, das sollen mal die anderen machen". Von welchem "menschlichen Handeln" spricht Bock denn hier? Ist er zu faul/doof zu bemerken, dass er mit seinem eigenen Handeln sehr wohl auf Privilegien verzichten kann, bzw. auf seine Umgebung Einfluss nehmen kann indem er deren Handeln, das ihn privilegiert, zurückweist? Das sind alles Gedanken, die sich Bock gar nicht machen will, mit seinen Ausfällen will er sich einfach die ganze Diskussion vom Halse halten und einfach sein bisheriges (privilegiertes) Leben weiterführen. Gleichzeitig hat er nicht begriffen, dass seine Dagegen-Haltung, insbesondere seine Argumente ihn in die Nähe von CDU, AfD und Verteidigern des Patriarchats rücken (siehe meine anfängliche Beobachtung, dass Meinungen meistens nur zur Rechtfertigung eigenen (Nicht-)Handelns dienen). Wie oben dargestellt funktioniert die Methode Punk im Jahre 2022 in der BRD nicht mehr. Wer aber die Regeln des Punkrock nicht anerkennt schließt sich selbst aus der Szene aus. Ob ich mich selbst noch als Teil von Punkrock empfinde steht auf einem anderen Blatt. Aber das nimmt mir nicht das Recht die Szene zu beobachten und mir meine Meinung zu bilden, auch wenn diese nicht wichtiger ist als die Meinung anderer Menschen (es sei denn es sich Meinungen ohne jeglichen argumentativen Unterbau).

Exkurs:
Geschlechtergerechtigkeit im Punkrock hat sich verschiedene Aspekte. Zuerst ist zu fragen, was denn der Anteil von Frauen (und anderen Minderheiten) im Punkrock ist. Für den Bundestag ist die Frage ja einfach zu beantworten, da Frauen die Hälfte der bundesdeutschen Bevölkerung stellen (tatsächlich sind es 50,7 %) sollte auch die Hälfte der Abgeordneten weiblich sein. Dem könnte entgegenstehen, dass das Geschlechterverhältnis in den politischen Parteien eher männerdominiert ist, aber es ist ja Aufgabe des Bundestags Entscheidungen für die gesamte Bevölkerung zu treffen und nicht die Parteien zu repräsentieren, insofern haben dann Frauen in den politischen Parteien (nicht allen und teilweise auch nur theoretisch) bessere Karrierechancen, was dann einige Männer als Verstoß gegen ihre angenommenen Privilegien ansehen. Aber im Punkrock gibt es keinen Bundestag, wie also sollen die Geschlechter im Punkrock repräsentativ abgebildet werden? Und ist bildet sich die Repräsentanz im Querschnitt ab oder aufgeteilt nach Aufgabenbereichen (teile und herrsche)? Aber wie ergeben sich bestimmte Abweichungen in den einzelnen Aufgabenbereichen (Bands, Publikum, Infrastruktur wie Organisation, Verpflegung, Öffentlichkeitsarbeit etc.), sind sie den jeweiligen Interessen der Geschlechter geschuldet oder Ergebnis subtiler patriarchaler Mechanismen? Oder gibt es grundsätzlich unterschiedliche Bedürfnisse von Männern und Frauen/FLINTA*s, die die Idee von Punkrock für Frauen/FLINTA*s weniger attraktiv machen (wobei dabei zu berücksichtigen wäre diese solche unterschiedlichen "Bedürfnisse" durchaus gesellschaftlich geprägt sein können)?

Andererseits gibt es einzelne Gruppen, die von ihrem Arbeitsfeld mehr öffentlichkeitswirksame Macht haben als andere wie z.B. Fanzinemacher*innen. Und da diese Journalist*innen darin frei sind worüber sie berichten sind sie nicht verpflichtet irgendeine Geschlechterrepräsentanz zu erfüllen, insbesondere da diese publizistische Möglichkeit wegen des einfachen Zugangs zu den Produktionsmitteln auch allen anderen Mitgliedern der Punkrockszene zur Verfügung stehen. Daher wenn das Plastic Bomb nur noch über FLINTA*s schreiben möchte und das Zap über Cis-Männer, wer hat das Recht die Herausgeber*innen dafür zu kritisieren, Niemand ist verpflichtet diese Magazine zu kaufen, jeder kann sein eigenes Fanzine machen. Der Nachteil ist, dass wer sich in die Öffentlichkeit begibt muss damit rechnen kritisiert zu werden und hat kein Rechts das zu untersagen (solange das nicht strafrechtlich relevant ist, aber das ist keine Zensur, weil Zensur vor der Veröffentlichung wirkt, Strafe aber erst hinterher).. Und zugegeben, Plastic Bomb und Zap haben sich über Jahrzehnte ein gewisses Standing erarbeitet, gegen das ein*e Anfänger*in erst mal nicht ankommt. Die gleiche Meinungsmacht zu erlangen verlangt eine lange Aufbauphase.

Aber möglicherweise liegt das Problem ganz woanders, dass hier individuelle Erfahrungen verallgemeinert werden, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern. Wobei bei den Männern das zusätzliche Problem auftritt, dass sie, wenn sie kein Gefühl für sexistisches Verhalten haben es auch nicht beobachten, weshalb sie mit voller Überzeugung behauptet können dass es so was nicht gibt und sie trotzdem falsch liegen, wenn denn die Frauen anfangen ihre Erfahrungen zusammenzutragen und bestimmte Mechanismen dahinter zu erkennen. Also liebe Cis-Männer, statt abstreiten zuhören und selbst hinschauen.

1.3.22

Getrennte Wege

Damit trennen sich jetzt unsere Wege. Ich habe nichts gegen Frau Wagenknecht. Aber ich weiß, was du damit sagen willst.
Ich möchte nichts mehr mit Menschen zu tun haben, die sich über Leute (und damit auch über mich) lustig machen, die sich nicht mit einem Impfstoff in der Entwicklungsphase (Phase II/III) freiwillig impfen lassen (du bist entweder nicht informiert oder verbohrt). Und die diesen auch noch das demokratischste Mittel überhaupt absprechen. Das Demonstrieren (wurde verboten, daher Spazieren). Und auch die Nötigung zur Impfung durch Testpflicht oder Betretungsverbote befürwortest du ganz offensichtlich. Ohne noch erkennbaren medizinischen Nutzen (seit Dez. 24 Geimpfte infiziert in meinem Umfeld, wir vier nichts, trotz mehrmaliger Kontakte). Und komm mir nicht mit Krankenhaus. In Dänemark ab 5 Jahre: 71% der Hospitalisierten geboostert bei Impfquote von 64% geboostert (Quelle dahboard SSI).
Du bist genau der über 50jährige, privilegierte weiße Wessi, der entgegen aller bisherigen Kritik an den Verhältnissen den 180grad-Schwenk gemacht hat. Der das System immer für demokratisch gehalten hat und in dem Moment, wo es offen zeigt, dass es das nicht, sich plötzlich unterordnet. Und dazu im Wissenschaftsbereich tätig und mit vollem Vertrauen in die Wissenschaft. Vertrauen m. E. aus Überheblichkeit. Bist ja selbst gebildet, kannst ja nicht andere Gebildete in Frage stellen.
Das ist jetzt die besagte Spaltung. Hatte eine Weile überlegt nach der Grafik, ob ich das mache. Nun musste ich aber.
Ich komme auch bei deiner Einseitigkeit der Ukraine-Beurteilung nicht mit. Es gibt kein Gut und Böse. Es gibt nur 2xBöse (oder mehr) und dazwischen die Bevölkerung, die das ausbaden und nicht hinterfragen und sich verheizen lassen soll.
Übrigens sind die europäischen Staatsanwaltschaften dabei, 300 Menschen wegen Menschenhandel anzuklagen (DLF). Menschen, die Flüchtlinge aus dem Meer gerettet haben. Was gedenkst du, dagegen zu tun? Also bitte noch mal schauen, wer alles Böse ist, bevor du dir für alles einen Sündenbock raus suchst. Hat alles super verfangen bei dir. Ich wundere mich überhaupt nicht mehr, wie das damals funktioniert hat, sowohl bei Hitler, als auch in der DDR. Bist ja nicht der Einzige in meiner Umgebung, der sich um 180 Grad gedreht hat.
Das sind vor allem Grünen-Wähler, die auch immer noch nicht kapiert haben, dass die notwendigen Entscheidungen in Sachen Klima und Umwelt schön obsolet geworden sind und den Mächtigen Zeit geben, die Strukturen wenn dann zu ihren Gunsten umzubauen.

26.2.22

Kinder backen

Foto gefunden in öffentlichen Bücherschrank

23.2.22

Bezirksrat Südstadt-Bult Februar 2022

Die Februar-Sitzung im Bezirksrat Südstadt-Bult war zäh und dauerte lang, obwohl ein Großteil der Anfragen nicht verlesen und nur schriftlich beantwortet wurde und die Einwohner*innenfragestunde kurz ausfiel. Beherrschendes Thema bei den Anträgen der einzelnen Fraktionen war wieder mal der Verkehr, ein Thema dass mich eher langweilt, weil die Fronten so vorhersehbar sind. Interessant ist allerdings welche formellen Fehler mensch dabei machen kann. So ist es möglich Anträge noch in der Sitzung zu verändern, dazu muss mensch nur eine neue schriftliche Fassung unterschrieben einreichen. Notwendig dazu ist allerdings, dass ein zeichnungsberechtigtes Mitglied der jeweiligen antragstellenden Fraktion persönlich anwesend ist, unterzeichnen per Videokonferenz geht ja irgendwie nicht, gell? Unterschreibt dann aus Höflichkeit jemand aus einer anderen Fraktion so ist dies formell jedoch ein Änderungsantrag J. Die andere lustige Frage ist, wie organisiere ich eine Sitzungsunterbrechung zwecks fraktionsinterner Beratung, wenn alle Mitglieder zu Hause vor ihren Rechnern sitzen? Nun, mensch kann sich ja entsprechende Räume im Videokonferenzsystem einrichten lassen aber das muss mensch eben vorher planen. Vielleicht haben die CDU-Mitglieder sich ja telefonisch in der Sitzungspause abgesprochen.

Die meiste Zeit der Sitzung wurde auf die Vorlage der Verwaltung zur Fernwärmesatzung und deren Präsentation verwendet. Ziel der Satzung ist es, zwecks Schaffung von Klimaneutralität den derzeitigen Anteil von Fernwärme zum Heizen in Hannover von 6% auf 60% innerhalb von 20 Jahren zu erhöhen. Dazu sollen große Teile von Hannover zu einem Gebiet mit Anschlusszwang für Fernwärme erklärt werden. Die Gebiete ergeben sich daraus, dass der Anschluss in diesen Gegenden ökonomisch umsetzbar ist, was aber nicht heißen soll, dass auch andere Grundstücke sich freiwillig anschließen lassen können, sofern wirtschaftlich sinnvoll (nicht lukrativ sind offenbar Ein- und Zweifamilienhäuser, weshalb z.B. zahlreiche Straßen im Stadtteil Bult ausgenommen sind). Wer bereits energetisch vergleichbare Technologien einsetzt wie z.B. Wärmepumpen ist vom Anschlusszwang befreit. Natürlich bat sich die FDP-Fraktion an dem Anschlusszwang gerieben, aber die Killerargumente dafür waren zum einen, dass es wirtschaftlich vorteilhaft ist nur ein Leitungsnetz für Fernwärme zu warten statt parallel dazu noch ein Gasleitungsnetz bereitzustellen (was allerdings für Biogas und ähnliche Technologien nutzbar wäre). Das andere Argument ist, dass die bisherige Erfahrung der Stadtwerke enercity ist, dass im Fall der Erneuerung von Gasanschlüssen die meisten Eigentümer*innen/Mieter*innen einfach so weitermachen wie bisher, also eine neue Therme einbauen anstatt die günstigere Alternative Fernwärme in Betracht zu ziehen. Dies scheint mir ein hervorragendes Beispiel für die um sich greifende Denkfaulheit im deutschen Volk (nicht der Bevölkerung in Deutschland) zu sein, die dieses Land noch in den Abgrund reißen wird.

Weitere Themen der Sitzung waren die Erinnerung an Brigitte Ike, langjähriges Bezirksratsmitglied, sowie ihren Ehemann als ehemalige Schiedsperson im Stadtbezirk, beide kurz hintereinander im Januar verstorben. Dann ging es um das Grab des Künstlers Ludwig Vierthaler, das als bedeutende Grabstelle ausgewiesen werden soll, sowie um den Umgang mit seinen Plastiken an Gebäuden in Hannover, insbesondere aktuell in der Südstadt. Ansonsten ging es um die Verteilung von Geldern und wie gesagt um Verkehr. Die FDP möchte keine Poller, sondern vermehrten Einsatz von Personal zum Erfassen von Verkehrsordnungswidrigkeiten z.B. an zugeparkten Kreuzungen. Die Erfahrung der Grünen aber sagt, dass dem Einsatz von städtischen Personal zu Nachtzeiten die bestehenden Tarifverträge entgegenstehen und die Polizei sich für ruhenden Verkehr in der Regel nicht für zuständig hält, also bleiben nur bauliche Maßnahmen. Interessant war dagegen noch die Diskussion um das sogenannte halbseitige Parken auf Gehwegen. Zulässig ist dies nur bei entsprechender Beschilderung, wird aber viel mehr praktiziert. Sobald aber für Fußgänger*innen und andere Nutzer*innen von Gehwegen weniger als 2,5 m Breite zur Verfügung stehen (2 Kinderwagen, die sich begegnen können) ist es unzulässig. Anderseits muss eine Fahrbahnbreite von 3,5 m gewährleistet sein für Rettungsfahrzeuge, was bei schmalen Straßen zum Verlust von Parkmöglichkeiten führen kann. Aber wir haben sowieso zu viele Autos und viele Menschen wollen am liebsten direkt vor der Haustüre parken statt die100 Meter bis zu einem zulässigen Parkplatz zu laufen (siehe oben Denkfaulheit).

Sitzungsunterlagen | Protokoll

20.2.22

Frank Puin R.I.P.

Frank Puin (21.12.1943 - 13.02.2022) zusammen mit Helga Novak im August 1996 vor dem Hauptbahnhof Hannover
R.I.P.

17.2.22

Ungeliebte Musik - was steckt dahinter?


Kommt ein Rocker auf 'ne Techno-Party… Eher unwahrscheinlich? Stimmt. Musikalische Ablehnungen sind, ebenso wie musikalische Vorlieben, fester Bestandteil des persönlichen Musikgeschmacks. Sie haben Einfluss auf das musikbezogene Verhalten und somit Folgen für das tägliche Leben. In einer aktuellen Studie zeigen Wissenschaftlerinnen des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main, welche Gründe hinter der Ablehnung bestimmter Arten von Musik stecken können. Die Studie ist soeben im Open Access Fachmagazin PLOS ONE erschienen.

Pressemitteilung

11.1.22

Der zwölfte Planet

Zecharia Sitchin "Der zwölfte Planet" (Kopp, 2003)

Lohnt es Bücher aus dem Kopp-Verlag, zu besprechen? Lohnt es sich mit Prä-Astronautik zu beschäftigen? Dieses Buch hat zumindest einen neuen Spin. Zwar behauptet der Autor wieder einmal, dass die Götter aus den alten religiösen Texten tatsächlich Raumfahrer (natürlich alles nur Männer) von einem anderen Planeten waren, diesmal aber von einem Planeten aus unserem Sonnensystem.

Dabei geht Sitchin relativ geschickt in seiner Argumentation vor. Er beginnt mit der Auslegung alter religiöser Texte und entwirft ein Szenario, wonach alle 3600 Jahre der sogenannte 12. Planet in die Nähe der Erde kommt, was den Kontakt zwischen den Lebensformen auf diesem Planeten "Marduk", den sogenannten "Nefilim" und der prä-humanen Erde ermöglichte und durch Geschlechtsverkehr zur Entstehung des Homo sapiens führte. Die ganze Herleitung aus alten sumerischen Texten überspringe ich einfach mal, mögen sich andere damit auseinandersetzen, inwieweit die Interpretationen von Sitchin zulässig oder frei erfunden sind (z.B. hier). Mir geht es um die behauptete Möglichkeit der Existenz eines 12. Planeten (was allerdings die Frage aufwirft, welches denn der 10. und der 11. Planet sein sollen).

Marduk soll sich nicht aus der Akkretionsscheibe um die entstehende Sonne gebildet haben, sondern von außerhalb in das Sonnensystem eingewandert sein. Dass Objekte aus dem Weltraum in unser Sonnensystem eindringen können hat ja Oumuamua gezeigt, allerdings hat jenes Objekt das Sonnensystem durchquert und wieder verlassen, warum soll das bei Marduk anders gewesen sein? Okay vielleicht kommt es auf dem Winkel an, in welchem Marduk ins Sonnensystem eingedrungen ist, Sitchin schreibt dazu aber nichts, dabei müsste ein solches Objekt zwangsläufig mit den Umlaufbahnen der anderen Planten interagieren, so dass auf diesem Wege seine Existenz nachgewiesen werden könnte (eine Methode, die gerade Anwendung findet bei der Suche nach dem hypothetischen Planeten X jenseits der Umlaufbahn von Pluto).

Die Umlaufbahn von Marduk soll der von Kometen gleich sein, d.h. er umkreist nicht die Sonne ähnlich wie die anderen Planten, sondern seine elliptische Bahn kreuzt die Umlaufbahnen von Jupiter bis Pluto und führt ihn weit hinaus an den Rand der Oortschen Wolke, wo Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt herrschen und das Licht der Sonne wohl Jahre braucht, um auf ein Objekt zu treffen. Seine maximale Entfernung zur Sonne soll zwischen 170 und 300 astronomische Einheiten (1 AE = Entfernung Erde-Sonne) betragen, was etwa 3 bis 5 Lichtjahren entspricht. Es stellt sich die Frage, wie auf so einem solchen Planeten Leben entstehen kann (Photosynthese trotz der gigantischen Entfernung zur Sonne?), zudem eine technologische Spezies, die Raumfahrt zur Erde betreibt, und dies in regelmäßigen Intervallen von 3600 Jahren (vielleicht hätte Sitchin sich bei der Idee der Trisolarier von Cixin Liu bedienen können, wenn er länger gelebt hätte). Oder gab es schon vorher Leben auf Marduk, dass dann die Reise durch den leeren Weltraum im Tiefschlaf überstanden hat? Aber woher stammt Marduk, wo ist der Planet entstanden? Stammt er aus einem anderen Sonnensystem? Aber wieso ist er dort entkommen, vielleicht auf Grund einer kosmischen Katastrophe, aber wie hat das Leben auf Marduk diese überlebt (auch hier hätte Cixin Liu sicher einige Ideen)?

Übrigens soll Marduk oder einer seiner Monde bei seinem Eintritt in das Sonnensystem den Planeten Tiamat zerrissen haben, woraus dann Erde und Mond sowie der Asteroidengürtel entstanden sein sollen, wobei jener dann aber wohl eher zwischen Erde und Mars und nicht zwischen Mars und Jupiter seinen Platz gefunden hätte. Auch soll Marduk durch seinen Vorbeiflug an der Sonne im Jahr 10.860 vor Christus die Sintflut auf der Erde ausgelöst haben. Wie groß muss der Planet Marduk eigentlich sein, um von dem sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn zwischen Mars und Jupiter Gravitationskräfte auf die Erde auszuüben, die den Einfluss des Mondes auf die Gezeiten deutlich übersteigen?. Auch andere kulturelle Entwicklungen auf der Erde sollen durch die regelmäßigen Besuche der Nefilim verursacht worden sein und die Pyramiden seien selbstverständlich nur Landemarken für die ankommenden Raumschiffe der Götter.

Es gibt ein Sachbuch von Werner Keller von 1955 mit dem Titel "Und die Bibel hat doch recht", in dem es darum geht, archäologische Funde im Vorderen Orient mit den Berichten im Alten Testament in Übereinstimmung zu bringen, was in Teilen tatsächlich gelingt. Im Gegensatz dazu gibt es bei Sitchin keinen einzigen faktischen Beleg für die Richtigkeit seiner Erzählungen wie z.B. die gigantischen Bergbauaktivitäten der Nefilim zur Gewinnung von Gold auf der Erde. Alleine mit Dokumenten in ausgestorbenen Sprachen eine Beweisführung zu versuchen ist unseriös, wenn nicht sogar betrügerisch, weil unsere heutige Vorstellungswelt eine ganz andere ist als die der damaligen Verfasser dieser Quellen, wir also nie mit Sicherheit sagen können, dass wir den Inhalt richtig verstehen – abgesehen davon dass es nur wenige Menschen gibt, die sich mit diesen toten Sprachen auskennen, weshalb kaum ein Leser Sitchins nachprüfen kann, ob seine Erzählungen tatsächlich so in den behaupteten Quellen zu finden sind oder ob er sich das alles nur ausgedacht hat Selbst ein Erich von Döneken versucht tatsächliche archäologische Funde mit seinen phantasievollen Auslegungen historischer Quellen in Übereinstimmung zu bringen, wobei auch seine Theorien zur Prä-Astronautik an den universellen Gesetzen der Physik scheitern. Nicht einmal das versucht Sitchin.

3.1.22

2 Girls

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...Foto, verklebt mit Postkarte, gefunden auf der Straße...