22.8.10

19.8.10

Castro vs Beatles (45 Jahre zu spät)

Fidel Castro hat ein Buch gelesen und zwar Daniel Estulin's "Los secretos del club Bilderberg" und darüber einen Artikel geschrieben.

In amerikanischen Online-Medien liest sich das dann etwa so:
The excerpt published by Castro suggested that the esoteric Frankfurt School of socialist academics worked with members of the Rockefeller family in the 1950s to pave the way for rock music to "control the masses" by diverting attention from civil rights and social injustice.

"The man charged with ensuring that the Americans liked the Beatles was Walter Lippmann himself," the excerpt asserted, referring to a political philosopher and by-then-staid newspaper columnist who died in 1974.

"In the United States and Europe, great open-air rock concerts were used to halt the growing discontent of the population," the excerpt said.
Deutsche Online-Medien verkürzen das dann so:
Ebenso sei die britische Band "Die Beatles" und die esoterische Kulturbewegung "New Age" eine "gut geplante und koordinierte Aktion", um die Massen der USA von politischen Themen abzulenken. Und der Musiksender MTV sei eine "perfekte Maschine zur Gehirnwäsche", geschaffen von Bilderberg, um die Jugend zum Hedonismus und hemmungslosen Konsum zu verleiten
Als gehirngewaschene Opfer der Bilderberger hat das Necronomikon Quartett vergessen, seine wöchentliche Session aufzunehmen. Jedoch ist von diesem Abend zumindest dieses Fragment erhalten geblieben:

Necronomikon Quartett "[Fragment] vom 13.8.2010" (10:29)

Verschwörungstheoretiker mögen hierin eine unbewußte Antwort auf diesen Blogeintrag seien, müssen es aber nicht...

13.8.10

beyond frames

Ich gebe zu, ich bin voreingenommen. Die frames sind eine junge Instrumentalrockband aus Hannover mit einem gewonnenen Band-Wettbewerb und schon zwei CD-Veröffentlichungen, während das Necronomikon Quartett nach 7 Jahren noch immer auf keinen grünen Zweig gekommen ist. Was macht die Konkurrenz anders, außer der beim Necronomikon Quartett nicht existierenden Öffentlichkeitsarbeit? Der Auftritt am 7.6. auf dem Maschseefest präsentierte eine eingespielte Band, deren Songs keine Hooks haben, keine Melodiebögen, keine prägnanten Riffs (Astronomy Domine!). Ihre Musik bewegt sich in einem harmonischen Rahmen von ca. einer Tonart (Refrains? Mittelteil?), die Stücke klingen eigentlich alle gleich. Der Bass kommt selten über die Grundtöne hinaus (er könnte ruhig ab und zu mal die Melodieführung übernehmen), der Schlagzeuger kennt nur einen Rhythmus, der Keyboarder seift alles zu, genauso wie der Gitarrist, der zudem kleine Figuren spielt, aber offenbar Angst vor den großen Melodien oder einem prägnanten Gitarrensolo hat. Es entsteht ein Wall of Sound ohne Kontur. Die Band simuliert Leidenschaft durch ständiges Kopfnicken und häufige Laut-Leise-Wechsel, aber echte Gefühle kommen nicht rüber. Dass die Musiker auch anders können zeigen kleine Zwischenspiele, wenn der Gitarrist mal wieder stimmen muss, aber in das Bandkonzept wird das nicht integriert. Dabei kann sich Instrumentalrock meines Erachtens nur durch große musikalische Vielfalt vor Langeweile retten. Es hat schon seinen Grund, warum Genesis in ihren Instrumentalparts 20 verschiedene Akkorde verwenden und nicht bloß 3. Selbst Pink Floyd hatten ab und zu mal mehr Ideen: Die Frames suchten ursprünglich einen Sänger für ihre Musik, den sie aber nie fanden. Ich finde, das hört man ihrer Musik zu deutlich an, z.B. hier. Aber wie gesagt, ich bin da voreingenommen.

And now for something completely different, although probably not better...

Necronomikon Quartett - Session vom 6.8.2010 (23:36)