12.11.06

Gitarrenarmee


Heute mal etwas Promotion für ein Label und eine Band: Die guten Leute von WM Recordings waren so nett, einen Internet-Release von der Gitarrenarmee zu besorgen, nämlich "Composing after Playing". Hier der Werbetext:

"Die Gitarrenarmee steht nicht für Militarismus, nicht einmal für Disziplin. Das Ensemble ist ein freier Zusammenschluss, der mehr in den Köpfen der vier Musiker existiert als in der realen Musiklandschaft. Der Begriff Armee wird konterkariert, denn es handelt sich nicht um ein "fest stehendes Heer", sondern ein Quartett von sehr unterschiedlichen Charakteren mit sehr unterschiedlichen Ideen. Kein Stück ähnelt dem anderen, kein Live-Programm wird zweimal zur Aufführung gebracht. Den ersten Höhepunkt bildet die "Raum-Klang-Installation", die 1990 in Leipzig aufgeführt wird. Das Erlebnis ist ein flüchtiges - mit dem Verklingen des letzten Tones ist das Konzept Geschichte und lebt nur in den Köpfen der damals anwesenden Zuhörer weiter, ebenso wie die Staatsform DDR selbst.

Als Darjush Davar die fertige Musik zum ersten Mal hört, bestreitet er, dass die Gitarrenarmee bestimmet Passagen gespielt habe. In der Tat ist "Composing After Playing" ein Computerprodukt. Aus einer zweitägigen Aufnahmesession extrahiert Christoph Abée sehr unterschiedliche Passagen, die in ihrer Inspirations-Spanne von Robert Fripps "Crafty Guitarists" bis zu Neil Youngs "Dead Man" reichen. Hören, Selektieren und Montieren führen dazu, dass eine stark komprimierte Klangwelt entsteht, die so weder vor dem Spielen komponiert noch von vier Gitarren überhaupt performt werden kann. Kombiniert werden zwei Arbeitsweisen, die üblicherweise zumeist Berührungsängste haben: das Samplen und Remixen der elektronischen Musik und das freie Fließen aus Jazz, Fusion und Psychedelic. Das Ergebnis ähnelt etwas einem "Memory-Spiel". Mit dem entscheidenden Unterschied, dass hier die einzelnen Motive und deren Paarungen nicht eindeutig sind. Bei "Composing After Playing" entfaltet und verändert jedes Motiv seinen Charakter mit jedem neuen Motiv, mit dem es kombiniert wird. Hin und wieder taucht scheinbar Bekanntes wieder auf, verändert sich durch seinen neuen Kontext und wird durch gänzlich andere Motive abgelöst.

"Composing After Playing" will dennoch einfach nur Musik sein, die ohne intellektuellen Hintergrund oder das Wissen des Hörers um ihre Entstehung funktioniert. In diesem Sinne wünscht die Gitarrenarmee viel Spaß bei Hören eines Werkes, dass sie so niemals hätte komponieren oder spielen können."

http://www.wmrecordings.com/releases/wm051.htm - und bitte Kommentare hinterlassen!

Summary: Gitarrenarmee is a band with 4 guitar players and they just released their first EP through WM recordings:

"The "Gitarrenarmee" (guitar army) does not stand for militarism, not even for discipline. The ensemble is a free union, which exists more in the heads of the four musicians than in the real music landscape. The term army becomes contradicted with the fact, that it is not a "firmly standing army", but a quartet made up of very different characters with very different ideas. No musical piece resembles an other, no live-set is performed twice. The "Raum-Klang-Installation" (three-dimensional sound installation), which happened in Leipzig in 1990, forms the first high point. The experience is a volatile - with the fading of the last sound the concept is history and continues to live only in the heads of the then present listeners, just as the governmental system of the GDR.

When Darjush Davar listens to the finished music for the first time, he denies that the Gitarrenarmee played certain passages. Indeed "Composing after Playing" is a computer product. From a two-day-recording-session Christoph Abée extracts very different passages, which in their inspiration span from Robert Fripps "Crafty Guitarists" up to Neil Youngs "Dead Man". Listening, cutting and pasting make up for a strongly compressed sound world, which could have neither be composed before playing nor be performed at all by four guitars at once. Two concepts of working, which usually fear to get in contact with each other, are combined: sampling and remixing from the world of electronic music with the free flow from jazz, fusion and psychedelic. The result resembles something a "Memory play" - with the crucial difference that the individual motives and their mating are not made clear. Each motive from "Composing after Playing" unfolds and changes its character when combined with the next motive. Now and then apparently well-known motives emerge again, get changed within the new context and will be replaced by completely different motives.

"Composing after Playing" nevertheless simply wants to be just music, which functions without intellectual background or the knowledge of the listener around its emergence. In this sense the guitar army wishes much fun when hearing a musical work that the four musicians would have never been able to compose or to play."

http://www.wmrecordings.com/releases/wm051.htm - please leave a comment after downloading!

1 Kommentar:

Tobi O. hat gesagt…

Erinnert mich ein wenig an die grüne Reise. Leicht Krautrockig. Nicht schlecht!!