24.1.10

Bad news for Sarstedt


Rechtzeitig vor ihrer Welttournee verkünden die Scorpions zwecks Ankurbelung des Ticketvorverkaufs, dass sie sich danach auflösen wollen. Die Scorpions sind übrigens keine keine Hannoveraner Band, sondern sie stammen aus Sarstedt - und das ist gut so, sowohl für Sarstedt als auch Hannover. Merkt euch das!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hahaha, total lustig!

shefferson hat gesagt…

Nicht böse sein , Martin:
Ich finde sie klingen aber schon ein wenig nach Hannover !

martinf hat gesagt…

Hard Rock/Heavy Metal ist die Jugend-Kultur der Provinz - und Hannover ist keine Provinzstadt ;-)

Anonym hat gesagt…

Bist Du prüde oder was? Warum zeigst Du das Virgin Killer-Cover nur ausschnittweise?

schrottvogel hat gesagt…

@anonym: um das cover widerlich zu finden, muss man ja nu wirklich nicht verklemmt sein... da reicht schon ein minimal-hirn und -geschmack.

martinf hat gesagt…

@anonym: Um ein weinendes Mädchen wegen der Auflösung der Scorpions zu symbolisieren brauche ich nicht das ganze Virgin Killer-Cover abzubilden. Wenn Du Kinderpornografie suchst, ergoogle sie Dir einfach.
Übrigens habe ich mal gelesen, dass es noch eine andere Version des Covers gibt, wo noch mehr Körperteile von Brüchen im Glas überlagert waren, die aber von der Band als "zu nuttig" abgelehnt wurde. Die Mutter des Mädchens war angeblich bei den Fotoaufnahmen dabei. Ich glaube aber, daß Mutter und Tochter auf den Ruhm eines Spencer Elden eher verzichten können.
PS: Die Hommage an Perez Hilton scheint bisher niemand aufgefallen zu sein. Okay, hätte vielleicht doch Punkte (Spermatropfen?) statt Tränen malen sollen.

Anonym hat gesagt…

@martinf und schrottvogel:

Ihr habt ja nicht unrecht; trotzdem gebe ich zu bedenken, dass das verwenden von bildausschnitten eine art zensur ist, die "die Wahrheit" unterdrückt. (so wie das bilderstürmen, vernichten von buddhastatuen und das umreißen von stalin- saddamstandbildern.)

und aus der sicht des plattenkaufenden 13 - 16 Jährigen 1978 war das cover auch ein geiler tabubruch. und aus derselben intention heraus ist ende der siebziger auch mal eine jugendkultur entstanden, der sich noch heute blogs im internet widmen, ness pah?

ano2

martinf hat gesagt…

@ano2: sorry, aber du redest scheiße:
1) zensur ist ein staatlicher akt, mit dem die allgemeinheit daran gehindert werden soll, bestimmte informationen zu erhalten. ich bin weder der staat noch kann ich den zugang zu allen abbildungen des virgin killer-covers im internet unterbinden.
2) "eine art von" ist eine völlig schwammige formulierung, die nur davon ablenken soll, dass es keine kausale begründung für eine behauptung gibt. "eine art von" soll einen zusammenhang herstellen, wo es keinen gibt. "eine art von" schuld hätten z.B. deine großeltern für deine kommentare hier, weil sie haben ja deine eltern in die welt gesetzt, die dich in die welt gesetzt haben. "eine art von" schuld haben damit auch adam und eva und letztendlich ist gott an allem schuld. weil aber alles gottes schuld bzw. wille ist, bist du selbst natürlich schuldlos - ich aber auch.
3) einen bildausschnitt wählen ist ein ästhetische entscheidung, keine zensur. andernfalls hätten auch die scorpions zensur ausgeübt, weil sie auf dem cover nicht das gesamt fotostudio mit samt fotografen, beleuchtern, visagistin und mutter des mädchens abgebildet haben. allerdings wäre das dann auch eine andere bildaussage geworden. genauso wäre eine komplette abbildung des virgin killer-covers zu dem blog-eintrag eine ganz andere bildaussage gewesen, eigentlich eine viel angreifbarere, denn in welchem besonderen zusammenhang steht das virgin killer-cover zur ankündigung der scorpions, sich aufzulösen? da hätte ich die verwendung eines anderen covers genauso viel sinn gemacht, und die verwendung des virgin killers-cover hätte gerade den vorwurf der befürwortung von kinderpornografie wecken können. die ästhetische entscheidung, nur das gesicht des mädchens mit den aufgemalten tränen zu verwenden ist von der aussage her viel passender zu dem text des blog-eintrags - wobei natürlich als subtext immer mitschwingt, aus welcher cover-abbildung der ausschnitt stimmt. und diese doppeldeutigkeit ist natürlich ästhetisch zusätzlich reizvoll.
4) kinderpornografie ist eine straftat, was ein bißchen mehr als ein tabu-bruch ist. und punk hat meines wissens zwar provozieren wollen, aber nie zum begehen von straftaten aufgefordert (was punk aber nicht daran gehindert hat sich an straftaten anderer zu erfreuen, aber das ist keine eigene straftat, sondern auch nur provokation).

mutantenmelodien hat gesagt…

zensur und tabubruch hin oder her, ich würd dieses fiese cover einfach nicht in voller pracht auf meinem blog haben wollen. weil man punk ist, muss man noch lange nicht jeden bescheuerten tabubruch mitmachen -- ganz im gegenteil, da kann man nämlich machen, was man will. sogar zensieren! hähä.

Anonym hat gesagt…

@ martin f: das kann ich nicht unkommentiert gelten lassen.

Vorab: Ich habe Dir nie Zensur vorgewofen!

1) Aber Dein Zensurbegriff ist zu eng. Unter Zensur (lat.: censura) versteht man gemeinhin ein - wie auch immer geartete - Verfahren, um durch Massenmedien oder im persönlichen Informationsverkehr vermittelte Inhalte zu kontrollieren, aus politischen oder unerwünschte beziehungsweise Gesetzen zuwiderlaufende Inhalte zu unterdrücken und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Inhalte und Meinungen veröffentlicht oder ausgetauscht werden. Also nicht nur die "staatliche" Zensur ist Zensur, sondern auch die
S e l b s t z e n s u r, die gute alte Schere im Kopf. Das ist die, die ich meinte.

Was bei verständiger Lektüre meiner Kommentierung kaum mißverstanden werden konnte.

2) Für jeden am Austausch ästhetischer Produkte oder politischer Informationen Interessierten ist jegliche Art von Zensur, auch die SZ prinzipiell "scheiße" und bedarf der Rechtfertigung durch ein konkurrierendes Gut von überragender Bedeutung, was nur ausnahmsweise, mE etwa im Falle der Kipo (sihe dazu unten), gegeben ist.

Leider greift aber die SZ in Zeiten der politcal correctness und der Globalisierung auch in an sich liberalen, offenen Gesellschaftformen, die in den Siebzigern jede Art von hoheitlicher Zensur zu Recht weitgehend abgeschafft hatten (von der leidigen FSK mal abgesehen) aus mehr oder weniger billigenswerten Gründen immer mehr um sich.

Dadurch werden über kurz oder lang der gesellschaftliche Diskurs und die ästhetische Vielfalt erheblichen Schaden nehmen und sich im Ergebnis wieder mittelalterliche Verhältnissen (i. E., es gibt nur noch eine richtige Meinung) nähern. Das findet aber nur ein Ayatollah oder Autonomer gut.

Und der Historiker kann nach jeder Form der Bilderstürmerei weniger Quellen finden

Wenn ich mich recht erinnere, so hat auch die Saerstedter Kapelle, der Dein Artikel gewidmet war, auf Druck aus unterschiedlichsten Richtungen spätere Auflagen der Scheibe mit einem anderen Cover rausgebracht, also SZ ausgeübt.

Das war aus ästhetischen Gründen sicher kein Verlust fürs Vaterland, ist aber aus den oben ausgeführten Gründen bedenklich.

Und nur das habe ich zu bedenken geben wollen.

3) Aestetically I totally agree with u! wozu also die Aufregung und die polemische Wortwahl?

4) Allerdings: Das Cover ist keine Kipo. Es stellt vielmehr das Ergebnis eines Aktes schöpferischer Gestaltung dar und sollte durch einen Tabubruch provozieren. Es ist daher - wenn auch fragwürdige - Kunst. Und man kann den Skorpionen vieles mit Recht nachsagen: dass sie z. b. tumben Schweinerock fabrizieren, bescheuerte aussehen und - zumindest seit 1977 - schon dem Grunde nach komplett überflüssig sind und mit dem Cover vielleicht auch nur malcolmmclarenmäßig einen verkaufsfördernden Negativhyp von Zaum brechen wollten (who knows?) aber einen Aufruf zum Begehen von Straftaten (was denn: Kinderficken?). Nein, dass ist schlicht und einfach mumpitz (und juristisch eine üble Nachrede).

4) Tabubruch ist übrigens häufig strafbar und macht ihn aus ästhetische Sicht nicht per se falsch. Strafbarkeit also kein gutes Argument dagegen. Vielmehr kann er ziemlich geil sein und ich bleibe dabei: Ohne den einen oder anderen komplett geschmacklosen Tabubruch hätte es Punk so wie er war und wie ich ihn geil fand, nie gegeben. Nur das habe ich- kaum mißzuverstehen - mit meiner Kommentierung zum Ausdruck bringen wollen.

Auch Johnny R. hat bei seinem letzten Auftritt mit seiner ersten Band in San Francisco A.D. 1978 Dinge gesungen, die ein noch heute geltendes Tabu brachen (wie auch die Cretins aus Hannover auf dem No Fun Sampler) und die damals wie heute der eine oder andere Staatsanwalt in kompletter Verkennung der Zielreichtung der Texte zwanglos unter §§ 130, 131 StGB subsumieren würde.

Du würdest aber weder den Cretins noch den Pistols Volxverhetzung oder Aufruf zum Völkermord (beides Straftaten) vorwerfen. Falls doch, dann kannst Du kein Punk gewesen sein.


ano II.

Anonym hat gesagt…

@mutantenmelodien: das lasse ich gelten. auf meinem Blog bestimme auch ich!

@ano 2 und martin f.

abi punx fak off!

ano 3

mutantenmelodien hat gesagt…

hui!

martinf hat gesagt…

@ ano II:
zu 1) Wenn Du Selbstzensur meinst, dann schreibe bitte auch Selbstzensur und mach mich nicht dafür verantwortlich, daß ich aus Deiner falschen Wortwahl entsprechende Schlüsse ziehe.
Aber auch der Vorwurf der Selbstzensur geht fehl, weil Du mir unterstellst, ich hätte das ganze Virgin Killer-Cover zeigen wollen. Das war aber nicht meine Absicht, wie bereits dargelegt. Und das habe ich bereits im vorherigen Kommentar geschrieben, dazu bedarf es keiner "verständigen Lektüre" (ein Begriff, der die Schuld für ein Mißverständnis dem Empfänger in die Schuhe schieben will).
zu 2) Diese Ausführungen liegen alle neben der Sache, weil Du mir eine Absicht unterstellst, die ich nicht hatte.
zu 3) Wozu die Aufregung und die polemische Wortwahl? Weil Du mir eine Absicht unterstellst, die ich nicht hatte.
zu 4) Es gibt einen Unterschied zwischen den Scorpions und Punk. Ich wüßte keinen Punk, der Tabus rein aus kommerziellen Gründen ohne gesellschaftliche Absicht gebrochen hatte und der sich nicht selbst dafür hergegeben hätte anstatt ein 10jähriges Mädchen vorzuschicken.
Ich erinnere mich an ein Konzert mit meiner alten Band in der 1990er Jahren in einem kleineren Kaff an der Elbe, wo ein Altpunk mit Hakenkreuz-T-Shirt rumlief und ich ihm vergeblich verständlich machen wollte, dass die Zeit für solche Provokationen abgelaufen sei, weil ein Hakenkreuz 20 Jahre nach Sid Vicious gesellschaftlich einfach anders wahrgenommen wird. Ich habe Punk immer als Reaktion auf gesellschaftliche - sowohl politische als auch ästhetische und moralische - Zustände gesehen, und so wie die Gesellschaft sich ändert muß sich auch Punk ändern. Die Tabus von heute sind (teilweise - oh Scheiße, ich fange schon wieder an meinen Text gegen Interpretationen abzusichern) andere als die von vor 30 Jahren. Wer das nicht merkt steht still - und Stillstand ist der Tod (zu Fragen des Verwesungsgrades konsultieren sie bitte die aktuelle Ausgabe der Plastic Bomb-CD).
@ ano 3:
Intellektuellenfeindliche Positionen wie Deine machen es rechtsoffenen Arschlöchern leichter an Punk anzudocken. Ist das wirklich Deine Meinung? Ist Dummheit wirklich Voraussetzung für Punk?

Jörg hat gesagt…

Hallo Martin,
soo viel wollte ich eigentlich gar nicht sagen. RIP Loriot...
habe viel verpasst, leider auch einiges an Daten verloren (aber auch einige Leserbriefe in alten S**X gelesen).

Hast Du Backups...? Von BI nach H ist nicht so weit.

Endtitel von tschechischen Kinderserien@gmx.de

martinf hat gesagt…

hm, ich habe damals einiges von not rock on runtergeladen, aber einiges scheint noch online zu sein... was brauchst du denn?