Da die Bezirksratfrau der Piraten wegen Krankheit fehlte heute nur ein kurzer Bericht über die Sitzung des Bezirksrat Südstadt-Bult am 20. Juni. In der ersten Stunde ging es nur um Verkehr (Maschseefest, grüne Welle oder Pulssteuerung) ohne dass es da etwas zu entscheiden gab. Danach wurden mehrere Anhörungen zu Bauvorlagen einstimmig durchgewunken, wobei mir auffiel, dass sich keiner darüber mokierte, dass dem Bezirksrat der Vertrag mit dem Bauherren auf dem Grundstück Ecke Hildesheimer/Aegidiendamm nicht im Original vorgelegt wurde, sondern nur als Zusammenfassung, was natürlich Manipulationsmöglichkeiten durch die Verwaltung eröffnet. Hier müssten die Piraten mal einhaken, um Transparenz herzustellen und die Kontrollfunktion der Politiker gegenüber der Verwaltung zu stärken.
Bei den Anfragen der Parteien ging es wie immer wieder um die Themen Parken, Schulen und Spielplätze. Interessant war der Standpunkt der CDU zu den Sitzbänken am Braunschweiger Platz, wo sich die Patienten einer in der Nähe befindlichen Entzugspraxis regelmäßig u.a. zum Trinken treffen. Laut CDU würden die Bänke damit der Gebrauch durch die Allgemeinheit entzogen. Also sind trinkende Menschen nach Ansicht der CDU nicht Teil der Allgemeinheit, möglicherweise auch gar nicht der menschlichen Rasse zugehörig? Weitere Pointe war, dass die CDU kein Interesse hatte, die anwesenden Kontaktbeamten der Polizei anzuhören, der dann auch prompt bestätigte, dass von der genannten Personengruppe bisher keinerlei Gefahr ausgehe. Tja, manchmal kann die Realität grausam über politische Initiativen urteilen.
Bizarr auch, wie die CDU sich weigerte, Maßnahmen gegen auf Bürgersteigen parkende Autos, die Behinderte und Eltern mit Kinderwagen behindern, zu unterstützen. Dann plötzlich wieder Unterstützung für einen rot-grünen Antrag, zu prüfen, ob die Einrichtung einer integrierten Gesamtschule in der Südstadt möglich ist. Dann aber wieder war die CDU dagegen, am Braunschweiger Platz die Ampelschaltung für Fußgänger zu verbessern, denn schließlich könnten Rollstuhlfahrer ja mit dem Fahrstuhl der U-Bahn auf die Minus-1-Ebene und auf der anderen Seite der Straße mit dem anderen Fahrstuhl wieder nach oben fahren.
Schließlich beantragte die CDU, an der Straßenschildern Zusatzschilder anzubringen, die Angaben zu den Hausnummern in den jeweiligen enthalten. Abgesehen davon, dass eine solche Regelung nur für einen Stadtbezirk kaum möglich wäre, wäre es doch viel einfacher, allen Hausbesitzern per städtischer Satzung oder einem anderen geeigneten Rechtsinstrument aufzugeben, die Hausnummern an gut einsehbaren Stellen in gut sichtbarer Größe und am besten auch beleuchtet anzubringen, damit auch bei Dunkelheit Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei schnell den Einsatzort finden können.
21.6.12
Bezirksrat Südstadt-Bult, die siebte
14.6.12
13.6.12
Neuss: Fassaden

Angesichts dieser Fassadenästhetik kann ich verstehen, warum Herr Gleim lieber auf der rechten Rheinseite bleibt.

Merkwürdig kleine Tür im Vergleich zur gesamten Fassade...

Auch eine merkwürdige Fassade, ist das eine Stützmauer, die sich durch das ganze Haus zieht?
12.6.12
Kein Nachteil für Linkshänder beim Spiel auf Rechtshänder-Instrumenten

Eine aktuelle Studie von Musikpsychologen und Musikermedizinern an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und den Hochschulen für Musik in Dresden und Würzburg zeigt: Professionelle linkshändige Musikerinnen und Musiker haben keine Nachteile beim Spiel auf Rechtshänder-Instrumenten. Linkshänder profitieren vielmehr von den Vorteilen einer "starken" linken Hand (z. B. bei der Greifhand der Geige). Forderungen nach speziellen Linkshänder-Instrumenten sind vor diesem Hintergrund pädagogisch nicht immer sinnvoll.
-> Pressemitteilung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
10.6.12
und was rockt heute?

Die Volkswagenstiftung veranstaltet am 13.6. einen Vortrag mit Diskussion und Livemusik unter dem Titel "50 Jahre Rolling Stones - und was rockt heute?" u.a. mit Uschi Nerke. Alles weitere findet ihr hier.
8.6.12
6.6.12
Popmusik immer trauriger?

"Depri-Songs in Moll: Pop-Musik klingt heute viel trauriger als früher" (Welt-online), "Gefühlslagen in Moll: Pop klingt immer trauriger" (Focus-online/Stern.de), "Herzschmerz macht den Hit" (Spiegel-online), "Musik immer trauriger: Heul doch und hör Pop!" (Financial Times) und so weiter und so fort, das sind alles Schlagzeilen, die gestern durch das Netz rauschten. Ich habe jetzt keine Lust, da nach irgendwelchen Mißverständnisse zu suchen, sondern greife mir einfach mal die originale Pressemeldung der Freien Universität Berlin und stelle mal ein paar Überlegungen an.
Die Reduktion von Popmusik auf Dur und Moll scheint mir nicht nur etwas einfältig, besonders wenn hier als fröhliches Lied in Dur ausgerechnet "Help" von den Beatles angeführt wird, dessen Text nun so gar nichts fröhliches hat: Hilfe! Ich brauche jemanden / Hilfe! Nicht einfach irgendjemanden / Hilfe! Du weißt, ich brauche jemanden / Hilfe! // Als ich jünger war, so viel jünger als heute / Brauchte ich niemals irgendjemands Hilfe auf irgendeine Art / Doch nun sind diese Tage vergangen / Ich bin nicht so selbstsicher / Nun bemerke ich, dass ich meine Meinung geändert habe / Ich habe die Türen geöffnet // Hilf mir, falls du kannst, ich fühle mich niedergeschlagen / Und ich bin dir dankbar, dass du um mich bist / Hilf mir, lass mich wieder Boden unter die Füße bekommen / Würdest du mir nicht bitte, bitte helfen? // Und nun hat sich mein Leben auf so viele Weisen verwendet / Meine Unabhängigkeit scheint im Nebel zu verschwinden / Aber manchmal fühle ich mich so unsicher / Ich weiß, dass ich dich einfach mehr brauche als ich es jemals getan habe". Popmusik lebt ja gerade von dem Zusammenspiel von Text UND Musik (und Interpret und Image und Sound und Marketing und und und), insofern liegt hier schon mal ein Kardinalfehler der Studie.
Zweitens wurden nur Titel der amerikanischen Charts untersucht. Möglicherweise würde eine Untersuchung vergleichbarer Titel der englischen und deutschen Charts ähnliche Ergebnisse produzieren, aber schon bei Ländern mit deutlich eigenständigerer Popkultur wie z.B. Italien und Frankreich könnten ganz andere Ergebnisse herauskommen. Aber auch für die USA scheinen mir die Thesen der Studie zweifelhaft, schließlich gibt es dort auch die Country-Charts und die R'n'B Charts, die deutlich unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ansprechen, die auch deutlich unterschiedliche Gefühlslagen repräsentieren können. Und dass LP/CD-Charts auch wieder ganz andere Käuferschichten (Metal! Klassik! Volksmusik!) repräsentieren können ist auch ein Allgemeinplatz.
Letztendlich stellt sich die Frage, ob die Käufer und Hörer der für die Studie ausgewählten Titel tatsächlich für die Gefühlslage der amerikanischen Nation repräsentativ sind. Da habe ich doch erhebliche Zweifel, für die westliche Welt insgesamt, bzw. für den Rest der Welt aber dürfte gelten: ab in die Mülltonne zu den anderen "Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden"-Studien.





























