
Hannover, 19.Dezember 1983, die Stadt befindet sich in der Gewalt eines dieser Stürme, der Amerikaner nennt sie Blizzard, welche dazu fähig sind, die ganze Welt innerhalb von Stunden zu verändern. Eine dieser Nächte in denen es keine Zeit gibt, in denen es völlig egal ist, in welchem Jahrhundert Du Dich gerade befindest.
In einer zugigen Baracke am Stadtrand findet sich in dieser Nacht eine illustre Gesellschaft ein. In dem spärlich beleuchteten Raum sitzen eingehüllt in eine warme Dunstglocke aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft fünf Männer und schweigen.
Da ist als erster Gunter Hampel, weltbekannter Freidenker und Avantgardist, er ist hier im Namen einer Idee, für die sich schon viele große Geister aufgeopfert haben, von J.S.Bach bis hin zu Sky Saxon. Ihm gegenüber, der berühmte Psychedelist J.G., Gründer des Psychobeats und Verfasser subnarkotischer Traktate über den Gebrauch der elektrisch verstärkten Gitarre als bewußtseinserweiternde Droge. Neben ihm, Mathias Arfmann, anerkannter Velvetiologe und Tiefseeforscher, seelische Abgründe sind sein Spezialgebiet. Ebenfalls dabei, Thomas Keyserling, mit all diesen Ideen genauso tief verbunden wie Rüdiger Klose, dessen Funktion in dieser Runde die der rhythmischen Transfiguration ist. Und während jetzt der versoffene Kalfaktor und Besitzer dieses Etablissements eine schrottreife Bandmaschine anwirft, bevor er in Trance versinkt, gehen die Verschwörer ans Werk...
Wochen vergehen, und dann, eher durch Zufall, werden die Tonaufnahmen aus dieser Nacht einem Kleinkunstverein aus Düsseldorf in die Hände gespielt. Hier erkennt man zwar nicht so genau, um was es sich handelt, doch wie das so ist bei Sammlern, man beschließt, mehr davon haben zu wollen und setzt sich mit der Psychedelic Conspiracy in Verbindung. Diese haben sich inzwischen unter günstigeren Bedingungen ein zweites Mal getroffen und dabei ein ultimatives Manifest auf Band aufgenommen. Um ihre Ideen jetzt unter die Menschheit zu verstreuen wählen sie das Massenkommunikationsmittel Langspielplatte und lernen erstmal sich in Geduld zu üben. Die Düsseldorfer Kunstattacke verendet kläglich schon nach ein paar Kilometern im Morast der leeren Versprechungen. Erst Jahre später gelingt es einem kleinen Schallspeicher in Besitz dieser unersetzlichen Zeitdokumente zu gelangen.
Die Verpuppung vom Kokon zum schillernden Falter hat in diesem Fall 5 Jahre gedauert.
Here it is: THE COCOON - While the recording engineer sleeps - The ultimate psychedelic Album.
The Cocoon
While The Recording Engineer Sleeps
A1 Ventilator Changes Into Airplane (Arfmann/Arfmann) 5:23
A2 I Can See Voices (Hampel/Gleue) 5:50
A3 Bag Lady (Hampel/Gleue) 5:15
A4 Seems Like I Can't LSD Your Mind (Arfmann/Gleue) 3:57
B1 The Ritual Of The Boogie Transformation (Hampel/Hampel) 7:56
B2 While The Recording Engineer Sleeps (Hampel/Gleue) 5:27
B3 The Shadow Man (Hampel/Hampel) 4:52
B4 Teenage Dope Slaves* (Gleue, Hampel, Arfmann, Klose, Keyserling/Gleue) 6:55
Gunter Hampel: vibraphone, flutes, bassclarinet, piano (A3), electric piano (B1-3), vox organ (A1), lead vocals (B1-3), M. Arfmann: guitar, bass, reverb guitar, electric piano (A2 & A4), string organ (B2 & B4), organ (B4), lead vocals (A1), T. Keyserling: flute & alto saxophone (B4), J. G.: bass, guitar, lead vocals (A2-4, B4), R. Klose: drums & vocals.
Recorded 1985 by Stephan Gross at Studio Harderberg, except "Teenage Dope Slaves" recorded at Idiot Studio while the recording engineer was sleeping produced by The Cocoon and Stephan Gross. Thanks to Stephan Gross, Bass Side 1, Track 1. Cover by ANOTHER LOST WEEKENSD PRESS. Front Cover Photo by Job Crogier. Back Cover Photos by Dwight Heines and Friedel Kanthaut.
1989 (c) & (p) by Wilhelm Reich Schallspeicher
a division of bad records WRS 001
*"Teenage Dope Slaves" first released under the name "Trip" on the MC "Von mir aus… Musik nicht nur aus Hannover. Zusammengestellt von Emilio Winschetti, 1984"
(download)
Translation: This is the first record by The Cocoon with Gunter Hampel, M. Arfmann, T. Keyserling, J.G.39 and R. Klose. You can find the second album here.
Nuff said. The slave needs no words.
Originally posted on 2007-05-26
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